Lese-Ansicht

PHP8.2-fpm für Nextcloud 28

Dieser Beitrag baut auf dem Artikel „PHP7.4-fpm auf PHP8.1-fpm für Nextcloud“ auf.

Im Januar 2023 hatte ich erklärt, wie ich mein Raspberry Pi OS 11 (basierend auf Debian 11 Bullseye), durch Einbinden einer Fremdquelle, von PHP7.4-fpm auf PHP8.1-fpm aktualisiert habe. Warum ich zu diesem Zeitpunkt die Version 8.1 installiert habe, ist recht einfach zu beantworten. Die aktuelle Version Nextcloud 25 war noch nicht kompatibel zu PHP 8.2. Erst mit Nextcloud 26 war ein Upgrade möglich.

Nun habe ich mich nach der Aktualisierung auf Nextcloud 28 entschieden auf PHP 8.2 zu wechseln. Da ich den FastCGI-Prozessmanager FPM bevorzuge, unterscheidet sich das Upgrade etwas von einer herkömmlichen PHP-Installation.

Unterstützungszeiträume der aktuellen PHP-Versionen
Quelle: https://www.php.net/supported-versions.php

Installation

Zuerst wird das System auf den aktuellen Stand gebracht.

sudo apt update && sudo apt upgrade -y

Ein Check zeigt, welche PHP-Version momentan aktiv ist.

php -v

Hier die Ausgabe:

PHP 8.1.27 (cli) (built: Dec 21 2023 20:17:59) (NTS)
Copyright (c) The PHP Group
Zend Engine v4.1.27, Copyright (c) Zend Technologies
with Zend OPcache v8.1.27, Copyright (c), by Zend Technologies

Jetzt werden alle benötigten Pakete nachinstalliert (auch das von Nextcloud 28 verlangte bz2 und der von mir eingesetzte Redis-Server).

sudo apt install php8.2 php8.2-mbstring php8.2-gd php8.2-curl php8.2-imagick php8.2-intl php8.2-bcmath php8.2-gmp php8.2-mysql php8.2-zip php8.2-xml php8.2-apcu libapache2-mod-php8.2 php8.2-bz2 php8.2-redis

Nun wird via CLI die PHP-Version von 8.1 auf 8.2 mit

sudo update-alternatives --config php

umgestellt.

sudo update-alternatives --config php
Es gibt 5 Auswahlmöglichkeiten für die Alternative php (welche /usr/bin/php bereitstellen).

  Auswahl      Pfad                  Priorität Status
------------------------------------------------------------
  0            /usr/bin/php.default   100       automatischer Modus
  1            /usr/bin/php.default   100       manueller Modus
  2            /usr/bin/php7.4        74        manueller Modus
* 3            /usr/bin/php8.1        81        manueller Modus
  4            /usr/bin/php8.2        82        manueller Modus
  5            /usr/bin/php8.3        83        manueller Modus
sudo update-alternatives --config php
Es gibt 5 Auswahlmöglichkeiten für die Alternative php (welche /usr/bin/php bereitstellen).

  Auswahl      Pfad                  Priorität Status
------------------------------------------------------------
  0            /usr/bin/php.default   100       automatischer Modus
  1            /usr/bin/php.default   100       manueller Modus
  2            /usr/bin/php7.4        74        manueller Modus
  3            /usr/bin/php8.1        81        manueller Modus
* 4            /usr/bin/php8.2        82        manueller Modus
  5            /usr/bin/php8.3        83        manueller Modus

Ein abschließender Check zeigt die aktuelle Version.

php -v
PHP 8.2.14 (cli) (built: Dec 21 2023 20:18:00) (NTS)
Copyright (c) The PHP Group
Zend Engine v4.2.14, Copyright (c) Zend Technologies
with Zend OPcache v8.2.14, Copyright (c), by Zend Technologies

Ist die Ausgabe korrekt, kann PHP8.1-fpm deaktiviert, PHP8.2-fpm installiert und aktiviert werden.

sudo a2disconf php8.1-fpm
sudo apt install php8.2-fpm
sudo a2enconf php8.2-fpm

Der Restart des Webservers führt nun die Änderungen aus.

sudo service apache2 restart

Nextcloud-Konfiguration

Da in der Nextcloud nun wieder die bekannten Fehlermeldungen auftauchen, heißt es, diese schrittweise abzuarbeiten. Dazu wird die neue php.ini geöffnet

sudo nano /etc/php/8.2/fpm/php.ini

und die Werte für memory_limit sowie session_lifetime wie empfohlen angepasst.

memory_limit = 512M
session.gc_maxlifetime = 3600

Der Block

opcache.enable=1
opcache.interned_strings_buffer=64
opcache.max_accelerated_files=10000
opcache.memory_consumption=256
opcache.save_comments=1
opcache.revalidate_freq=1

für den Zwischenspeicher OPchache wird ans Ende der php.ini gesetzt.

Zur Optimierung von PHP8.2-fpm werden speziell für das Modell Raspberry Pi 4 mit 4GB RAM in der Datei www.conf mit

sudo nano /etc/php/8.2/fpm/pool.d/www.conf

folgende Werte von

pm = dynamic
pm.max_children = 5
pm.start_servers = 2
pm.min_spare_servers = 1
pm.max_spare_servers = 3

auf

pm = dynamic
pm.max_children = 120
pm.start_servers = 12
pm.min_spare_servers = 6
pm.max_spare_servers = 18

angepasst und der Dienst neu gestartet.

sudo service php8.2-fpm restart

Danach muss in der apcu.ini das Command Line Interface des PHP Cache noch aktiviert werden, indem

sudo nano /etc/php/8.2/mods-available/apcu.ini

folgende Zeile am Ende eingetragen wird.

apc.enable_cli=1

Ist dies geschehen, wird der Webserver ein letztes Mal neu gestartet.

sudo service apache2 restart

Fazit

Die Umstellung bringt zwar im Moment keine erkennbaren Vorteile, jedoch verschafft es wieder ein wenig Zeit und senkt den Druck das eigentliche Raspberry Pi OS 11 Bullseye durch die aktuelle Version 12 Bookworm zu ersetzen.

  •  

PHP-FPM – Eine Einführung in den FastCGI Process Manager für PHP

PHP-FPM (FastCGI Process Manager) ist eine leistungsstarke Erweiterung für den PHP-Interpreter, die die Ausführung von PHP-Skripten optimiert und verbessert. Entwickelt, um die Skalierbarkeit von PHP-basierten Webanwendungen zu erhöhen, spielt PHP-FPM eine entscheidende Rolle in modernen Webserver-Umgebungen.

Hintergrund

Traditionell wurde PHP als Modul für Webserver wie Apache bereitgestellt. Dieser Ansatz hatte jedoch seine Einschränkungen, insbesondere wenn es um die Verwaltung von Ressourcen und die Skalierung von Webanwendungen ging. PHP-FPM wurde als Lösung für diese Herausforderungen entwickelt, indem es die FastCGI-Protokollspezifikation implementiert und PHP-Skripte als separate Prozesse ausführt.

Vorteile von PHP-FPM

1. Ressourcenverwaltung:

PHP-FPM ermöglicht eine effiziente Verwaltung von Ressourcen, indem es separate Prozesse für jede Anforderung erstellt. Dadurch wird der Arbeitsspeicher besser genutzt und die Gesamtleistung der Webanwendung verbessert.

2. Skalierbarkeit:

Durch die Nutzung von PHP-FPM können Webentwickler ihre Anwendungen leichter skalieren, da sie die Anzahl der gleichzeitig ausgeführten PHP-Prozesse steuern können. Dies ist besonders wichtig in Umgebungen mit starkem Datenverkehr.

3. Isolierung von Anwendungen:

Jede PHP-Anwendung wird in ihrem eigenen Prozess isoliert, wodurch Konflikte zwischen verschiedenen Anwendungen vermieden werden. Dies trägt zur Stabilität des Gesamtsystems bei.

4. Anpassbare Konfiguration:

PHP-FPM bietet eine umfangreiche Konfiguration, die es Administratoren ermöglicht, Parameter wie Prozessprioritäten, Anzahl der Kinderprozesse und andere Einstellungen zu optimieren.

Konfiguration und Verwendung

Die Konfiguration von PHP-FPM erfolgt über die php-fpm.conf-Datei und optionale Pool-Konfigurationsdateien. Administratoren können Parameter anpassen, um die Leistung und Ressourcennutzung nach den Anforderungen ihrer Anwendung zu optimieren.

Die Integration von PHP-FPM in Webserver wie Nginx oder Apache erfolgt durch die Konfiguration von FastCGI-Servern. Dies ermöglicht eine reibungslose Kommunikation zwischen dem Webserver und PHP-FPM.

Fazit

PHP-FPM hat sich als wesentliches Werkzeug für die Verwaltung von PHP-Anwendungen in produktiven Umgebungen etabliert. Durch die Bereitstellung von effizienter Ressourcennutzung, Skalierbarkeit und Anwendungsisolierung spielt PHP-FPM eine Schlüsselrolle bei der Gewährleistung der Leistungsfähigkeit von PHP-Webanwendungen. Bei der Entwicklung und Verwaltung von Webanwendungen ist es wichtig, die Vorteile von PHP-FPM zu verstehen und richtig zu konfigurieren, um eine optimale Leistung zu gewährleisten.

  •  

Frohes Fest!

Ich wünsche allen Besuchern des Blogs intux.de ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr 2024.

  •  

Avatar unter Linux im Test: Ein Ausflug nach Pandora muss noch warten

Avatar: Frontiers of Pandora setzt grafisch neue Maßstäbe, aber auch Anforderungen an die Hardware. Wie sich der Titel unter Linux schlägt, untersucht die Redaktion in diesem Test. Die Veröffentlichung über Ubisoft Connect statt Steam macht sich dabei direkt bemerkbar: Das Abenteuer auf Pandora will (noch) nicht rund laufen.

  •  

Mistral veröffentlicht freies Sparse-Mixture-of-Experts-LLM

Das Interessante an den Open-Source-Modellen ist ja, dass sie das umsetzen, was bei den proprietären Modellen gemunkelt wird, aber nicht nachgewiesen werden kann. Mein aktuelles Highlight: Mixture of Experts (MoE).

Im Sommer kamen Behauptungen auf, dass OpenAIs GPT-4 eigentlich aus acht kleineren Modellen besteht, die zusammengeschaltet werden. Dieses Verfahren nennt man auch Ensemble Learning.

Das klassische Beispiel dafür ist Random Forest, wo mehrere Decision Trees parallel zu so einem Ensemble zusammengeschaltet werden. Soll das Ensemble dann eine Klassifikation vornehmen, nimmt jeder Decision Tree mit seinen eigenen Gewichten die Klassifikation vor. Anschließend entscheidet die Mehrheit der Decision Trees im Ensemble, wie das Gesamtmodell nun klassifizieren soll. Analog würde auch eine Regression umgesetzt werden können, als Aggregierungsfunktion kommt dann statt Mehrheitswahl eben sowas wie Mittelwert o. ä. zum Einsatz. Das besondere ist, dass mit Random Forest üblicherweise bessere Vorhersagen erzielt werden können, als mit einem einfachen Decision Tree.

MoE funktioniert in den groben Zügen ähnlich. Es gibt "Experten" (ähnlich wie die Decision Trees bei Random Forest), die dann gewichtet aggregiert werden (Gating). Die Technik ist eigentlich recht alt und viele waren überrascht, dass OpenAI genau so etwas einsetzen soll.

Umso besser, dass Mistral als das europäische LLM-Startup sich der Sache angenommen hat. Anfang des Wochenendes schwirrte schon ein Torrent durchs Netz, heute gibt es dann auch eine offizielle Pressemitteilung zu Mixtral 8x7B. Hierbei handelt es sich um ein "Sparse Mixture of Experts"-Modell (SMoE). Die Gewichte sind wieder offen und unter der Apache 2.0 lizenziert.

Kurz zu den Eckdaten: 32k Token Kontextlänge können verarbeitet werden. Dabei spricht das Modell Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch und Spanisch und wurde auch auf Codegenerierung optimiert. Fine-tuning ist ebenfalls möglich - so wurde bereits eine instruction-following-Variante trainiert.

Im Vergleich zu Llama 2 70B soll es in einer Vielzahl von Benchmarks bessere Ergebnisse abliefern und dabei schneller arbeiten. Die einzelnen Ergebnisse können der Pressemitteilung entnommen werden.

Einen klassischen Downloadlink konnte ich auf die schnelle nicht finden, das Twitter-Profil verweist nur auf die Torrents. Parallel kündigt das Start-up an, einen eigenen Dienst für API-Endpoints anzubieten, sodass ein Deployment auf eigener Infrastruktur nicht mehr zwangsläufig notwendig ist.

  •  

Kritischer ext4-Bug (besonders betroffen: Linux 6.1.64)

Aktuell sollte beim Updaten des Linux-Kernels Vorsicht walten gelassen werden. Bestimmte Kernel-Releases weisen ein Problem mit ext4 auf, das theoretisch im schlimmsten Fall zu einer Datenbeschädigung führen kann.

Es gibt eine Konstellation, in der in einem Release nur der erste ohne den zweiten Commit enthalten ist und somit der Code nicht wie gewünscht arbeitet. Konkret geht es um

  • 91562895f803: "ext4: properly sync file size update after O_SYNC direct IO" (ab v6.7-rc1)
  • 936e114a245b6: "iomap: update ki_pos a little later in iomap_dio_complete" (ab v6.5-rc1)

Jan Karas E-Mail auf der LKML zufolge geht es darum, dass der erste Commit nur dann im Code vorhanden sein darf, wenn der zweite Commit bereits enthalten ist. Eigentlich ist das logisch, weil das ja mit der Reihenfolge dann auch so passt.

Jetzt kommen allerdings noch die Backports und Distributionen ins Spiel. Für den Kontext: da nicht jeder immer auf die neuste Linux-Version aktualisieren kann, gibt es ein Team, was alte Versionen nachpflegt und kleine, unkritische Fixes neuerer Versionen auf die älteren Versionen "rückportiert", also backported. Allerdings kann es nun passieren, dass etwas ganz neues rückportiert wird, ohne, dass eine ältere Voraussetzung rückportiert wurde. Die Fehler, die dann auftreten, nennt man klassicherweise eine Regression. Die einzelnen Codeänderungen sind da nicht an sich das Problem, sondern eher die Konstellation, in der sie zusammengesetzt wurden.

Linux 6.1.64 und 6.1.65 sind betroffen, 6.1.66 enthält den Fix. Debian 12, das auf die Kernels setzt, ist dabei besonders in Aufruhe, da eine problematische Kernel-Version verteilt wird. Aus diesem Grund wurde auch die Veröffentlichung von Debian 12.3 verzögert.

Weitere Informationen

  •  

SSD der Nextcloud ersetzen

Der Black Friday ist für den Einzelhandel ein willkommenes Datum, um Waren an den Mann bzw. die Frau zu bringen. In dieser Zeit wird Lagerware abverkauft, um Platz für Neues zu schaffen. Der Endverbraucher profitiert meist durch Rabatte und Nachlässe auf interessante Artikel.

Angelockt durch solch ein Angebot, habe ich mir eine externe 2TB-SSD zugelegt, um den Speicher meiner Nextcloud zu erweitern. Im Vorfeld hatte ich mir hierzu schon einige Gedanken gemacht, wie ich die alte 500GB SSD durch das neue und größere Speichermedium ersetze.

Nextcloud auf dem Raspberry Pi mit SanDisk SSD (2 TB)
Raspberry Pi mit SanDisk SSD

Die perfekte Lösung für mich war das Duplizieren der Quelle mit Clonezilla. Hierbei wurden beide Festplatten an den Rechner angeschlossen, Clonezilla gestartet und mit device-device ein Duplikat erstellt. Bei diesem musste dann nur noch die Partition vergrößert werden. Da der Zielfestplatte die selbe UUID vergeben wurde, waren im Anschluss keine weiteren Maßnahmen erforderlich.

Clonezilla Auswahl device-device
Clonezilla device-device
  •  

Blue Screen für Linux: QR-Code und Fehler­meldungen mit systemd v255

Vor Systemabstürzen ist auch Linux nicht gefeilt. Die sogenannte „Kernel Panic“ trägt für unerfahrenen Nutzer kaum zur Fehlerlösung bei. Für Abhilfe sorgt nun ein „Blue Screen of Death“, kurz BSOD, und zieht als Teil von systemd unter Linux ein – komplettiert um konkrete Fehlermeldungen und QR-Code mit Link zu Hilfeseiten.

  •  

Linux-Gaming: Mit welcher Distribution laufen Windows-Games am besten?

Es gibt Hunderte Linux-Distributionen, aber sinnvoll für den Einstieg sind nur wenige. Wenn es dann auch noch speziell um das Spielen von Windows-Titeln unter Linux gehen soll, engt sich der Kreis noch weiter ein. ComputerBase vergleicht die gängigen (Gaming-)Distributionen Pop!_OS, Nobara Linux sowie Arch Linux im Test.

  •  

Nextcloud und Roundcube gehen Partnerschaft ein

Kurz notiert: Nextcloud (Dateispeicher) und Roundcube (Webmail) gehen eine Partnerschaft ein. Wie heute das Nextcloud-Team in einer Blogmitteilung bekannt gab, wird Roundcube in die "Nextcloud family" aufgenommen. Dabei lässt sich die Kooperation in erster Linie strategisch verstehen, wird aber bereits kurzfristige Auswirkungen haben, da das Entwicklerteam des bekannten Webmail-Clients vergrößert werden kann.

Die wichtigste Information bei der Nachricht ist, dass Roundcube nach aktuellem Stand weiterhin als eigenes Produkt erhalten bleibt. Es handelt sich somit nicht um eine "Verschmelzung" bzw. "Übernahme" des Produkts.

Die Nachricht sendet allerdings ein positives Signal für produktiv eingesetzte Open-Source-Systeme aus: Nextcloud als ein in Unternehmensumgebungen weit verbreiter Cloud-Dienst (Dateispeicher, Kalender, etc.) ermöglicht anderen Büroprogrammen, sich weiterzuentwickeln und auf dem technisch aktuellen Stand zu bleiben. Dies meine ich dabei besonders im Sicherheitskontext. Zero-Days können immer auftreten, aber mit viel Entwicklungsressourcen kann die Wahrscheinlichkeit proaktiv gesenkt werden.

Nextcloud möchte somit auch einen attraktiven Gegenpol für klassische proprietäre Anwendungen aufbauen. Wir können also gespannt sein, was sich aus der Partnerschaft entwickelt.

  •  

Firefox - Cookie-Dialog-Blocker aktivieren

Firefox – Cookie-Dialog-Blocker

Vor kurzem ist der neue Firefox 120 erschienen, er bringt eine nützliche Cookiedialog Blockfunktion mit.
Du kennst nervige Pop-ups zur Genüge, diese haben in den vergangenen Jahren das Internet zu einem Klicknet gemacht.

Praktischerweise bringt der neue Firefox eine Funktion mit, um diese automatisch abzulehnen. Heißt, sie werden nicht einfach ausgeblendet, sondern sie werden beantwortet.

Leider ist diese Funktion bisher nur deutschen Nutzer und dem privaten Modus vorbehalten. Das kannst du allerdings einfach über about:config ändern.

firefox-cookie-banner-dialog-aktivieren

Du musst lediglich nach den Variablen cookiebanners.service.mode suchen und die Werte auf 1 setzen.

Sollten Cookie-Banner weiterhin nicht verschwinden, kannst du auch den Wert 2 setzen. Dieser sorgt dafür, dass Cookie Dialoge, die nicht abgelehnt werden können, automatisch akzeptiert werden.

  • 0 Cookie-Banner Blocker deaktiviert
  • 1 Cookie-Banner Blocker lehnt ab, sofern möglich
  • 2 Cookie-Banner Blocker lehnt ab, sofern möglich und akzeptiert den Rest

Kontrollieren kannst du die Funktion in den Privacy Einstellungen about:preferences#privacy.

Natürlich kannst du die neue Surffreude ebenfalls auf Webseiten mit Cookie-Banner testen, so etwas wie chip.de oder dergleichen. Hier hat bei mir das Ablehnen nicht funktioniert, sondern nur Wert 2 mit Ablehnen, wenn möglich, und den Rest akzeptieren.

Fingerabdruck ade

Eine weitere praktische Funktion, um den Fingerabdruck beim Surfen zu reduzieren, bietet der neue Fingerprinting-Schutz in der Canvas API, welcher allerdings auch nur im privaten Modus aktiv ist.

Links ohne Tracking kopieren

Eine ebenfalls hervorragende neue Funktion ist das Kopieren eines Links über das Kontextmenü ohne Trackinginformationen.

firefox-link-ohne-tracking

Alle weiteren Neuerungen von Firefox 120 findest du bei Mozilla.

  •  

EndeavourOS Galileo: Arch-Linux-Derivat setzt auf KDE Plasma

EndeavourOS erweitert Arch Linux um einen grafischen Installer und vorausgewählte Software-Pakete. Damit ist die Nutzung einer Rolling-Release-Distribution mit hoher Verbreitung und Support auch für Linux-Einsteiger ohne größere Hürden möglich. Das für die Installation nötige Live System wechselt von XFCE auf KDE Plasma.

  •  

Fedora 39: Zum runden Geburtstag gibts Gnome 45 als Desktop

Fedora 39 feiert nicht nur runden 20. Geburtstag, auch zieht mit Gnome 45 die aktuelle Iteration des freien Desktops in das Betriebssystem ein. Mit neuen Features und erneuerten Core Apps befindet sich eine der beliebten Linux-Distributionen wieder auf dem technischen Stand der Dinge.

  •  

Koordinierungsstelle Digitale Souveränität und Open Source wieder ausgeschrieben

Bewerbungen weiterhin möglich

FOSS-Koordinierungsstelle

Bild: FOSS-Koordinierungsstelle

Die Stadt Dortmund lässt nicht locker und unternimmt einen dritten Versuch die Koordinierungsstelle Digitale Souveränität und Open Source zu besetzen. Eine entsprechende Stellenausschreibung hat die Stadtverwaltung mit Datum vom 02.11.2023 bis zum 30.11.2023 veröffentlicht. In dem Ansatz der Stadt Dortmund liegt bundesweites Potenzial. Denn die Ausschreibung beinhaltet auch eine Schnittstellenfunktion zur Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt). Diese arbeitet derzeit an einem Folgebericht zu dem kommunalen Referenzwerk Open Source in Kommunen – Ein Baustein für mehr Digitale Souveränität. Der kommende Bericht wird die Grundzüge einer Open-Source-Governance in den Blick nehmen. Hierfür könnte die Stadt Dortmund Pilotkommune werden, sodass andere Kommunen von den Erfahrungen in Dortmund strukturiert profitieren können. Die kommunale Stelle der Stadt Dortmund hat damit einen ungewöhnlich hohen Wirkungsgrad, der in die gesamte Republik reicht.

Am 16.11.2023 findet in Berlin der Open Source Day „Hinterm Horizont geht’s weiter: Digitale Souveränität und Open Source vorwärts denken“ statt. Dort wird die Stellenausschreibung im Rahmen eines Podiumsgesprächs näher vorgestellt werden. Veranstaltet wird der Open Source Day von der Open Source Business Alliance, einem Kooperationspartner von Do-FOSS.

Die Mitarbeiter*innen der Stadt Dortmund und Do-FOSS stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Dokument zum Herunterladen

Die aktuelle Stellenausschreibung der Stadt Dortmund kann hier heruntergeladen werden.

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

The post Koordinierungsstelle Digitale Souveränität und Open Source wieder ausgeschrieben appeared first on Do-FOSS.

  •  

bcachefs in Linux gemerged

Die gestrige Veröffentlichung von Linux 6.6 bedeutet, dass das Merge-Window wieder geöffnet ist. Ein erster Kandidat wurde bereits gemerged mit einem Vorhaben, das in den vergangenen Wochen zu vielen Diskussionen geführt hat: bcachefs.

Um bcachefs zu erklären, muss ich kurz ein wenig weiter ausholen. bcachefs geht - wie der Name schon vermuten lässt - auf bcache zurück. Hierbei handelt es sich um ein Kernelmodul, das Einzug in Linux 3.10 in 2013 fand und einen Caching-Layer für Block-Devices einführte.

Daten können somit hybrid zwischen ganz schnellem Speicher (RAM), schnellem Speicher (SSDs) und langsamem Speicher (HDD) aufgeteilt werden. Werden bestimmte Blöcke häufiger abgerufen, werden sie in den schnelleren Speicher verschoben und anders herum ebenso. Dabei handelte es sich aber immer um eine Zwischenschicht, auf der ein echtes Dateisystem aufbauen musste. Während der Entwicklung fiel dem Hauptentwickler Kent Overstreet jedoch schnell auf, dass zu einem "full-fledged" Filesystem nicht mehr viel fehlte.

Ein erster Prototyp entstand bereits im Jahre 2015 und hat somit die Ära der Dateisysteme der neusten Generation eingeläutet. Auch btrfs gehört zu diesen moderneren Dateisystemen und setzt auch auf das Copy-on-Write-Prinzip. Da die Blöcke einer Datei nicht bei einer Kopie dupliziert werden, spart dies Speicherplatz und ermöglicht verzögerungsfreie Snapshots.

bcachefs mit seinen über 90.000 Zeilen Code konnte zwar - wie für ein neues Dateisystem üblich und nötig - ausgiebig getestet werden, war allerdings bisher nicht im Mainline Linux vorhanden. Mitte des Jahres ging es dann an die Einarbeitung des Codes.

Eigentlich sollte bcachefs schon in Linux 6.5 Einzug halten. Aber aufgrund andauernder Spannungen wurde auch bei Linux 6.6 aus dem Vorhaben nichts. Eines der Probleme sind die teils umfangreichen Änderungen in fremden Modulen, die den Unmut der Maintainer auf sich gezogen haben. Wer sich dafür interessiert, kann sich den großen E-Mail-Thread ansehen. Linus Torvalds stand grundsätzlich einer Übernahme positiv gegenüber, wollte aber noch einen Test in linux-next abwarten. Dies ist zwischenzeitlich geschehen.

Nun also der Merge in den Kernel. Sollten sich die Änderungen bis zum Release halten, steht somit dem Einsatz des neuen Dateisystems ab der Veröffentlichung von Linux 6.7 nicht mehr viel im Wege. Die Aufnahme in Mainline vereinfacht aber auch die Entwicklung, da diese nun nicht mehr Out-of-Tree stattfindet, was aufgrund der hohen Änderungsgeschwindigkeit im Linux-Source-Tree schnell zu aufwändigen Anpassungsarbeiten führen kann.

Weitere Informationen zu bcachefs sind auf der eigenen Homepage abrufbar. Hier ist auch eine Schnellstartanleitung für den eigenen Einsatz zu finden.

Weitere Quellen

  •  

Slimbook Fedora: Premium-Notebook mit vorinstalliertem Linux

Slimbook bietet seit der Gründung speziell auf Linux-Kompatibilität ausgelegte Notebooks und Desktop-PCs an. In Zusammenarbeit mit Fedora erscheint nun eine spezielle Version eines dünnen mobilen Begleiters mit vorinstalliertem Fedora, bei dem 3 Prozent des Verkaufspreises als Spende an die GNOME-Foundation gehen sollen.

  •  

Neuer Service: Linkwarden Bookmark Manager

Ein neuer adminForge Service kann ab sofort genutzt werden. Ein quelloffener Lesezeichenmanager zum gemeinsamen sammeln, organisieren und archivieren von Webseiten. Linkwarden Bookmark Manager Ein quelloffener Lesezeichenmanager zum gemeinsamen sammeln, organisieren und archivieren von Webseiten....

by adminForge.

  •  

Linux Script - Postfix Mail Server Logauswertung mit dem Postfix Log Entry Summarizer

Wer sich schon einmal mit MTAs (Mail Transfer Agent) auseinandergesetzt hat, dem wird Postfix sicherlich ein Begriff sein. Postfix zählt zu den bekanntesten Mailservern im Linuxbereich, ist schnell und recht einfach zu konfigurieren, eine gewisse Grundkenntnis vorausgesetzt. Für einen sicheren Mailverkehr möchte ich hier noch einmal auf das Crypto Handbuch verweisen.

Letzte Woche war ja ein wenig Exchange Server im Programm, heute soll es aber um eine Auswertung des Mailverkehrs, welcher täglich über einen Postfix Server rauscht, gehen. 

Postfix Log Entry Summarizer

Hierfür gibt es sicherlich einige Monitoring Tools, eines davon ist Pflogsumm (Postfix Log Entry Summarizer), welches eine ausführliche Auswertung bietet, ohne, dass der Anwender viel konfigurieren muss.

Unter Ubuntu ist dieses Tool recht schnell konfiguriert und im Optimalfall erhaltet ihr am Ende eine Übersicht aller Nachrichten, egal ob gesendet, empfangen oder geblockt. Auch der Traffic, die Menge oder die Mailadressen werden ausgewertet. Bis zu dieser Statistik ist aber noch ein wenig Vorarbeit zu leisten.

Pflogsumm installieren (Ubuntu)

sudo apt-get install pflogsumm 

Postfix Log Entry Summarizer konfigurieren

Ihr habt nun die Möglichkeit das Tool direkt aufzurufen und euch eine Liveauswertung geben zu lassen, um zu sehen was gerade auf dem Mailserver passiert. Pflogsumm macht nichts anderes, als auf die Logfiles des Postfix Server zurückzugreifen und diese auszuwerten. Mit einem Einzeiler lässt sich so eine Statistik in eine Datei schreiben oder per Mail versenden.

sudo pflogsumm -u 5 -h 5 --problems_first -d today /var/log/mail.log >> test oder

sudo pflogsumm -u 5 -h 5 --problems_first -d today /var/log/mail.log | mail -s "Postfix Mail Report" info@example.com

Vorarbeit zur regelmäßigen Postfix Analyse

Eine IST Auswertung mag zwar interessant sein, die regelmäßige Auswertung der letzten Tage ist jedoch um einiges interessanter. Realisierbar ist dies mit den Logs des Vortages, diese werden Mittels logrotate gepackt und können danach ausgewertet werden. Zunächst muss logrotate angepasst werden, damit täglich neue Logs geschrieben werden.

sudo nano /etc/logrotate.conf

/var/log/mail.log {
    missingok
    daily
    rotate 7
    create
    compress
    start 0
    }
sudo nano /etc/logrotate.d/rsyslog

    #/var/log/mail.log

Wenn gewünscht ist, dass die Logrotation pünktlich zu einer gewissen Uhrzeit laufen soll, sagen wir um 2 Uhr Nachts , ist es nötig crontab zu editieren und dort die Laufzeit anzupassen.

sudo nano /etc/cron.daily anzupassen 0 2 * * * root test -x /usr/sbin/anacron || ( cd / && run-parts --report /etc/cron.daily )

Skript zur Postfix Analyse 

Nun können wir unser eigenes Script zusammen stellen, welches am Schluss eine Auswertung versendet. 

sudo nano mailstatistiken.sh

#!/bin/bash
#
###############
# mailstats   #
###############

PATH=/usr/local/sbin:/usr/local/bin:/usr/sbin:/usr/bin:/sbin:/bin

# Log Archive entpacken
gunzip /var/log/mail.log.1.gz

#Temporaere Datei anlegen
MAIL=/tmp/mailstats

#Etwas Text zum Anfang
echo "Taeglicher Mail Stats Report, erstellt am $(date "+%H:%M %d.%m.%y")" > $MAIL
echo "Mail Server Aktivitaeten der letzten 24h" >> $MAIL

#Pflogsumm aufrufen
/usr/sbin/pflogsumm --problems_first /var/log/mail.log.1 >> $MAIL

# Versenden der Auswertung
cat /tmp/mailstats | mail -s "Postfix Report $(date --date='yesterday')" stats@example.com

#Archiv wieder packen, damit alles seine Ordnung hat
gzip /var/log/mail.log.1

Insgesamt eine leichte Übung. Das fertige Skript noch mit "chmod +x" ausführbar machen und am besten via "crontab -e" zu einem gewünschten Zeitpunkt ausführen.

Am Ende solltet ihr jeden Tag per Mail eine ausführliche Zusammenfassung der E-Mails Statistiken erhalten.

Grand Totals

------------

messages

   4321   received

   1234   delivered

      5   forwarded

      1   deferred  (3  deferrals)

      0   bounced

      0   rejected (0%)

      0   reject warnings

      0   held

      0   discarded (0%)

   1234m  bytes received

   1234m  bytes delivered

    123   senders

    321   sending hosts/domains

   1234   recipients

    123   recipient hosts/domains

message deferral detail

-----------------------

  smtp (total: 3)

         3   invalid sender domain 'example.de' (misconfigured ...

message bounce detail (by relay): none

message reject detail: none

message reject warning detail: none

message hold detail: none

message discard detail: none

smtp delivery failures: none

Warnings: none

Fatal Errors: none

Panics: none

Master daemon messages: none

Per-Hour Traffic Summary

------------------------

    time          received  delivered   deferred    bounced     rejected

    --------------------------------------------------------------------

    0000-0100           0          0          0          0          0 
.....

 

  •  
❌