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Strategie zur Stärkung digitaler Souveränität der Stadtverwaltung Dortmund

12. September 2026 um 18:26

Kommunale Handlungsagenda als Muster für alle Kommunen

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Die Stadt Dortmund stärkt ihre digitale Unabhängigkeit. Nachdem sich die Stadt Dortmund zu dem Ziel Digitale Souveränität, u.a. durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen und der Verwendung Offener Standards, bekannt hatte, mündet dieses Bekenntnis nun erstmals in einer gesamtheitlichen Strategie zur Stärkung digitaler Souveränität der Stadtverwaltung Dortmund.

Do-FOSS nimmt die fachliche und organisatorische Klarheit für die weitere kommunale Freie-Software-Entwicklung vollumfänglich positiv auf. Gemeinsam werden wir digital souverän. Vielen Dank an Katharina (Katharina Flisikowski | LinkedIn, kflisikowski@stadtdo.de, #GernePerDu) für die fundierte Arbeit auf Seiten der Stadtverwaltung Dortmund!

Die Stadt Dortmund steht kommunal und interkommunal für einen gesamtgesellschaftlichen Fortschritt für Open Source. Dazu Christian Uhr, Dortmunder Stadtdirektor und Dezernent für Personal, Digitales und Verwaltungsmodernisierung sowie Vorsitzender des Personal- und Organisationsausschusses des Deutschen Städtetags:

Digitale Souveränität ist keine Frage, die eine Verwaltung allein lösen kann. Wir müssen Wissen teilen, gemeinsam lernen und die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen sowie mit Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft stärken. Gerade bei Open Source können wir als Kommunen unsere Bedarfe gemeinsam besser sichtbar machen und Lösungen voranbringen.

Die Stadt Dortmund lädt im Rahmen der Open Source Factory zur Kooperation ein. Für Freie Software und eine freie Gesellschaft wird sich Do-FOSS weiterhin in Verbundenheit und Gemeinschaft engagieren!

Begründung der Strategie zur Stärkung digitaler Souveränität der Stadtverwaltung Dortmund

[Die] Koordinierungsstelle Digitale Souveränität und Open Source […] wurde beauftragt, eine passgenaue Strategie für dieses Themenfeld zu entwickeln. Die nun vorliegende Strategie bildet den Grundstein für eine systematische Stärkung der digitalen Souveränität der Stadtverwaltung Dortmund. Sie schafft den strategischen Rahmen für sämtliche Maßnahmen zur langfristigen Sicherung und Herstellung der Handlungsfähigkeit der Dortmunder Stadtverwaltung.

Die Strategie wurde in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit Politik und Verwaltung entwickelt. […] Ergänzt wurde der Prozess durch die Beteiligung an sowie dem fachlichen Austausch im bundesweiten Netzwerk aus dem Ökosystem der Verwaltungsdigitalisierung. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Impulse sind in die Strategie eingeflossen.

Dortmunder Angebot für alle Kommunen

Die Strategie versteht sich als erste Grundlage und Impuls für Kommunen, die sich auf den Weg zu mehr digitaler Souveränität machen wollen. Sie beleuchtet neben der technischen Ebene auch die Handlungsfelder Sicherheit, Wissen und Kooperation. Für diese zentralen Bereiche werden Bausteine und Empfehlungen vorgestellt, die Kommunen bei der Entwicklung und Umsetzung entsprechender Vorhaben unterstützen können. Der Leitsatz, der allen Empfehlungen zugrunde liegt ist: „Langfristig handlungsfähig bleiben und gleichzeitig Schritthalten mit technologischem Fortschritt“. Unter dieser Prämisse wird die Strategie kontinuierlich weiterentwickelt und an aktuelle technologische, organisatorische und rechtliche Veränderungen angepasst.

Ein besonderer Mehrwert wird erreicht, indem die Strategie mit anderen Kommunen geteilt wird. Damit soll der bereits initiierte interkommunale Austausch weiter intensiviert und ein gemeinsamer, kommunaler Diskurs über digitale Souveränität fortgeführt werden. Dortmund nimmt darin bereits heute eine aktive und federführende Rolle ein, unter anderem durch die Etablierung des Kommunalen Open Source Boards gemeinsam mit der KGSt und dem ZenDis. Das langfristige Ziel dieser Aktivitäten ist es, durch die professionelle Interessenvertretung eine starke kommunale Stimme im Fachdiskurs zu etablieren. Auf diese Weise sollen unter anderem die spezifischen kommunalen Anforderungen stärker in den IT-Markt getragen und die Bedeutung resilienter IT-Systeme für den dauerhaften Schutz der kommunalen Daseinsvorsorge verdeutlicht werden.

Open Source Factory und Open Source Board Dortmund

[Die] Strategie [knüpft] an aktuelle Entwicklungen im lokalen Open-Source-Ökosystem an, etwa aus den Reihen von Dortmunder Unternehmen und Zivilgesellschaft. In diesem Zusammenhang hat sich in den vergangenen Monaten eine Initiative gegründet, die die Entwicklung von Open-Source-Software für die Kommunalverwaltung fördern will. Die Einrichtung eines Beratungs- und Förderungsgremiums, dessen Mitglieder, neben Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, auch eine Vertretung aus Wissenschaft und Stadtverwaltung vorsieht, steht unmittelbar bevor. Als Beratungsgremium soll das Board dazu beitragen, Dortmund als Standort für Open-Source-Entwicklungen zu stärken und damit zugleich aktiv Wirtschaftsförderung zu betreiben. Die vorliegende Strategie schafft hierfür die verwaltungsseitige Grundlage für das Mitwirken an Initiativen dieser Art.

Konkrete Handlungsagenda

Die […] Handlungsagenda ergänzt die strategischen Handlungsfelder um konkrete Empfehlungen und mögliche nächste Schritte. Ebenso wie die Strategie selbst wird auch die Handlungsagenda fortwährend überprüft, weiterentwickelt und fortgeschrieben.

Mit der Veröffentlichung und Bereitstellung der Strategie verschafft sich die Stadt Dortmund zugleich eine eigene Stimme im öffentlichen Diskurs über digitale Souveränität und festigt ihre Rolle in diesem für die Zukunftsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung zentralen Themenfeld. Durch die Weitergabe von Wissen, Erfahrungen und Handlungsempfehlungen leistet die Stadt Dortmund darüber hinaus einen Beitrag zur Stärkung der interkommunalen Resilienz. Digitale Abhängigkeiten, Infrastrukturen und Risiken machen nicht an kommunalen Grenzen halt. Eine nachhaltige Stärkung der digitalen Souveränität kann daher nur gelingen, wenn Kommunen voneinander lernen, Erfahrungen teilen und gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln.

Die Strategie ist somit nicht nur ein Instrument für die weitere Entwicklung der digitalen Souveränität innerhalb der Stadt Dortmund. Sie ist zugleich ein Angebot an die kommunale Gemeinschaft, den gemeinsamen Weg zu mehr digitaler Souveränität, Unabhängigkeit und Resilienz aktiv fortzusetzen.

Dokumente zum Herunterladen

Die Strategie zur Stärkung digitaler Souveränität der Stadtverwaltung Dortmund kann hier heruntergeladen werden.

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Open-Source-Governance für Kommunen

15. Januar 2025 um 13:02

Zweiter Open-Source-Bericht der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) erschienen

KGSt Logo

Logo: KGSt (© KGSt)

Mit Open-Source-Governance meint die KGSt die Gesamtheit aller methodischen, konzeptionellen, organisatorischen und technischen Regelungen und Vorgaben, welche den Einsatz von OSS [Open-Source-Software – Anm. d. Red.] und Offenen Standards in der Verwaltung stärken.

Nachdem die KGSt 2021 den Bericht Open Source in Kommunen – Ein Baustein für mehr Digitale Souveränität herausgebracht hat, folgt nun seit Anfang diesen Jahres Teil 2: Open Source in Kommunen – Aufbau einer Open-Source-Governance.

An den durch die KGSt beschriebenen Wesensmerkmalen einer Open-Source-Governance wird einmal mehr deutlich, dass Kooperation zum Kern der Gelingensbedingungen für Digitale Souveränität gehört. So wie Kooperation zu Open-Source-Software gehört und zum Open-Source-Ökosystem insgesamt. Nur gemeinsam kann es einer Kommune mit ihren verschiedenen Ämtern gelingen, die Governance ihrer ohnehin eingesetzten Open-Source-Software zu organisieren. Der Governance-Bericht beschreibt Rahmenbedingungen und skizziert das Handwerkszeug zum gezielten Umgang mit Open-Source-Software in der praktischen Verwaltungsorganisation.


Zentrale Prozesse und Managementfelder einer OS-Governance
Zentrale Prozesse und Managementfelder einer OS-Governance (CC-BY-SA 4.0 KGSt)

Die Stadt Dortmund ist mit ihrer Koordinierungsstelle Digitale Souveränität und Open Source sehr gut vorbereitet, um eine Open-Source-Governance kooperativ organisieren zu können und damit gemeinsam stärker im digitalen Raum zu werden. Relevant ist die Open-Source-Governance auch für die derzeit in Entwicklung befindliche Open-Source-Strategie der Stadt Dortmund, die einen kommunalen Weg zu mehr Herstellerunabhängigkeit und Selbstbestimmung aufzeigen soll.

Do-FOSS freut sich erneut an der Berichtsarbeit der KGSt in gutem Austausch mitgewirkt zu haben. Besonders schön ist, dass auch dieser Bericht im Sinne des Open-Source-Gedankens unter einer Creative Commons-Lizenz erschienen ist (CC-BY-SA 4.0). Geteiltes Wissen soll sich mehren.

Neue Chancen für Digitale Souveränität

In ihrer Pressemitteilung zum Bericht sieht die KGSt mit einer Open-Source-Governance neue Chancen für die notwendige Digitiale Souveränität.

Digitale Souveränität wird für Kommunen zunehmend unverzichtbar. Die Nutzung von Open-Source-Software (OSS) in der Verwaltung kann nicht nur Innovationen fördern, sondern auch die Abhängigkeit von proprietären Technologien reduzieren und die Sicherheit erhöhen. Darüber hinaus bietet der Einsatz von OSS vielfältige Nachnutzungsmöglichkeiten. Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) hat einen neuen Bericht veröffentlicht, der Kommunen auf ihrem Weg zu mehr Unabhängigkeit unterstützt und aufzeigt, welche Prozesse, Rollen und Strukturen es dafür braucht.

Aus Sicht von Do-FOSS sind die organisatorischen Voraussetzungen für neue Impulse zur Stärkung Digitaler Souveränität so gut wie nie. Eine Open-Source-Governance könnte durch eine kommunale Open-Source-Strategie der Stadt Dortmund betrachtet werden, die in Zusammenarbeit mit der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) und dem Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) für andere Kommunen aufbereitet multipliziert werden könnte. Dadurch könnte unsere digitale Infrastruktur bundesweit wesentliche Modernisierungsimpulse erhalten und unsere Kommunen voneinander profitieren.

Kommunales Open-Source-Board

Was mit den Städten Berlin, München und Dortmund als Open Source Big 3 unter Moderation der KGSt für eine übergeordnete Arbeitsstruktur initialisiert wurde und schnell als Open Source Big X geöffnet wurde, soll sich nun als Kommunales Open Source Board professionalisieren und lokale Arbeitsbeiträge zusammenführen. Es braucht einen zentralen Anlaufpunkt für Kommunen zum Thema Open Source und Möglichkeiten dort Netzwerkstrukturen zu intensivieren. In Zusammenarbeit mit dem ZenDiS könnte ein hochwertiges Organisationsmodell für ein breites ausrollen einer Open-Source-Governance entwickelt werden.

Dokumente zum Herunterladen

Der Bericht der KGSt Open Source in Kommunen – Aufbau einer Open-Source-Governance kann hier und die dazugehörige Pressemitteilung kann hier heruntergeladen werden.

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