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Voyager Linux 24.04 Gnome im Test

Von: MK
20. September 2024 um 16:30

Voyager Linux 24.04 Gnome ist eine spezielle Linux-Distribution, die auf Ubuntu 24.04 LTS basiert und die beliebte Gnome-Desktop-Umgebung verwendet. Diese Version wurde entwickelt, um ein elegantes, modernes und dennoch stabiles Betriebssystem zu bieten. Sie richtet sich an Benutzer, die sowohl auf Optik als auch auf Leistung Wert legen. Dabei bleibt Voyager leichtgewichtig und flexibel, sodass […]

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Zweites Point-Release: Zorin OS 17.2 erschienen

Von: MK
19. September 2024 um 17:22

Zorin OS 17.2 wurde veröffentlicht und bringt viele Verbesserungen. Die Anpassung des Desktops ist nun einfacher mit neuen Optionen wie benutzerdefinierten Cursor-Themes und einem überarbeiteten Fensterverwaltungsbereich. Auch LibreOffice wurde auf eine frische Version aktualisiert, was die Kompatibilität mit Microsoft-Dokumenten und die Leistung verbessert. Weitere Apps wurden vorinstalliert, um Software-Updates zu minimieren. Sicherheits- und Hardwarekompatibilität wurden […]

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GNOME 47 “Denver” veröffentlicht

Von: MK
19. September 2024 um 11:15

Die neueste Version des GNOME-Desktops, GNOME 47 “Denver” wurde offiziell veröffentlicht. Diese Version bringt zahlreiche Verbesserungen und neue Funktionen, die das Benutzererlebnis erheblich verbessern. GNOME 47 bietet eine merklich überarbeitete Benutzeroberfläche. Neue Animationen und Effekte sorgen für ein flüssigeres und ansprechenderes Erlebnis. Die Entwickler haben auch die Leistung optimiert, sodass der Desktop schneller und reaktionsfreudiger […]

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Linux Kernel 6.11 veröffentlicht

Von: MK
16. September 2024 um 15:03

Linus Torvalds hat die Veröffentlichung von Linux-Kernel 6.11 angekündigt. Diese neue Version bringt einige wichtige Verbesserungen und neue Funktionen mit sich, die vor allem die Stabilität und Sicherheit des Systems erhöhen. Zu den Highlights gehört ein neuer Mechanismus, der dabei hilft, Bluetooth- und WLAN-Chips auf bestimmten Geräten besser zu unterstützen. Außerdem gibt es Optimierungen, die […]

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Ubuntu 22.04.5 LTS ist ab sofort verfügbar

Von: MK
14. September 2024 um 04:28

Canonical hat Ubuntu 22.04.5 LTS am 12. September 2024 veröffentlicht. Dies ist das fünfte und letzte geplante Point-Release von Ubuntu 22.04 LTS (Jammy Jellyfish). Es bringt die neuesten Sicherheitsupdates und aktualisierte Komponenten. Ubuntu 22.04.5 LTS kommt sechs Monate nach Ubuntu 22.04.4 LTS. Es ist eine aktuelle Installationsversion für diejenigen, die Ubuntu 22.04 LTS auf einem […]

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Datensicherheit und Privatsphäre: Warum Linux die bessere Wahl ist

Von: MK
13. September 2024 um 16:30

In der heutigen digitalen Welt sind Datensicherheit und der Schutz der Privatsphäre von zentraler Bedeutung. Mit dem stetigen Anstieg von Cyberangriffen, Überwachungsmaßnahmen und dem Missbrauch von Nutzerdaten ist es entscheidend, ein Betriebssystem zu wählen, das Dir die größtmögliche Kontrolle über Deine Daten gibt und Dich vor unerwünschten Zugriffen schützt. Während Windows auf vielen Computern das […]

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Kommentar zum 2024 State of Open Source Report

16. September 2024 um 05:00

In meinem heutigen Beitrag kommentiere ich den 2024 State of Open Source Report und vergleiche die enthaltenen Ergebnisse mit meinen persönlichen Erfahrungen.

Der 2024 State of Open Source Report (im Folgenden auch als Bericht oder Report bezeichnet) wurde von der Firma OpenLogic in Zusammenarbeit mit der Open Source Initiative (OSI) und der Eclipse Foundation erstellt. Der Bericht kann hier als PDF kostenlos heruntergeladen werden (der Haken für den Empfang von Kommunikation muss nicht gesetzt werden). Ich werde in diesem Text häufig auf den Bericht als Quelle verweisen, sodass ich euch empfehle, den Report ebenfalls verfügbar und im besten Fall gelesen zu haben. Seitenangaben beziehen sich auf das PDF mit dem Bericht.

Transparenzhinweis: Ich arbeite als Technical Account Manager für die Firma Red Hat. Meine Arbeit beeinflusst meinen Blick auf den Bericht. Dieser Kommentar stellt ausschließlich meine persönliche Sicht dar.

Informationen zum Bericht

Im Zeitraum vom 10. Oktober bis 8. November 2023 wurde weltweit eine anonyme Umfrage durchgeführt, welche insgesamt 2046 Antworten erhielt (siehe S. 4-6). Es findet sich darin kein Hinweis, ob die Umfrage repräsentativ ist. Es werden jedoch Angaben darüber gemacht, aus welcher Weltregion, Unternehmensgröße und Job-Rolle die Antworten stammen, um diese einordnen zu können.

Nutzung und Verbreitung von Open Source in Unternehmen

Es freut mich zu lesen, dass 95 Prozent der Antworten belegen, dass der Anteil an Open Source in den an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen gestiegen (67,57 %) oder gleichgeblieben (27 %) ist (siehe S. 7). Auffällig ist allerdings auch, dass im Mittleren Osten 22,22% angaben, dass der Einsatz von Open Source zurückgegangen ist. Unternehmen, die gar keine Open-Source-Software einsetzen, haben vermutlich nicht an der Umfrage teilgenommen. Der Bericht macht dazu keine Aussage.

Auf Seite 8 findet sich die Aussage, dass 40 % aus der C-Level-Abteilung (z.B. CEO, CTO, CIO, CFO, etc.) angegeben haben, dass der Anteil an Open Source gleichgeblieben ist, während über 60% der Teilnehmer aus technischen Rollen eine Zunahme von Open Source sehen. Laut Bericht deutet dies auf eine mögliche Entfernung bzw. Trennung der Führung von der Basis hin. Dieser Ansicht mag ich mich nicht anschließen, da immerhin 58,46% der Führungskräfte ebenfalls eine Zunahme von Open Source in ihren Unternehmen sehen; das ist von den 60% der technischen Rollen doch nun wirklich nicht weit weg.

Interessant finde ich die genannten Gründe für den Einsatz von Open Source in Unternehmen (siehe S. 9-10). Ein wenig betrübt es mich, dass knapp 37 % „Keine Lizenzkosten“ und „Kostenminimierung“ als wichtigstes Argument für den Einsatz von Open Source nannten; hat Open Source in meinen Augen doch so viel mehr zu bieten, während sich das Ziel der Kostenminimierung nicht in jedem Fall erreichen lässt.

Meiner persönlichen Erfahrung nach verschieben sich die Aufwände in vielen Fällen lediglich. So stellten einige Organisationen fest, dass der Einsatz kostenlos verfügbarer Open-Source-Software mit einem höheren Personalbedarf bzw. einem erhöhten Aufwand für Wissensaufbau und Fehleranalysekompetenz einhergeht. Hier finden sich zum Teil die Kosten wieder, die man zuvor für Lizenzen und externen Support aufgewendet hat. Es gibt hier keine pauschal gültige Empfehlung. Jedes Unternehmen muss für sich selbst bewerten, ob es das erforderliche Personal selbst aufbauen bzw. einstellen kann oder ob der Einkauf externer Unterstützung in Zeiten von Fachkräftemangel nicht doch günstiger ist.

Macht man sich von externem Wissen abhängig, läuft dies dem Ziel entgegen, sich mit Open Source unabhängiger von einzelnen Herstellern machen zu wollen. Hier ist darauf zu achten, wie viel Auswahl an Anbietern am Markt besteht.

Ich nehme allerdings ebenfalls wahr, dass die wirtschaftliche Situation in vielen Unternehmen angespannt ist und kann das Ziel, Kosten zu reduzieren, nachvollziehen. Ich hoffe darauf, dass Unternehmen, die Open Source zur Kostensenkung einführen, auch die weiteren Vorteile, wie z.B. die Vermeidung von Vendor Lock-ins sowie offene Standards und Interoperabilität erkennen und zu schätzen lernen. Die zuletzt genannten Punkte sind immerhin 21 % der Befragten heute schon wichtig.

Herausforderungen beim Einsatz von Open Source

Wie bereits im vorangegangenen Abschnitt erwähnt, ist für den Einsatz von Open Source die Verfügbarkeit des notwendigen Wissens und entsprechende Fertigkeiten notwendig. Immerhin 38 % der befragten Unternehmen sehen es als eine Herausforderung an, das notwendige Wissen und die Fähigkeiten zum effizienten Einsatz von Open Source im Unternehmen verfügbar zu machen (S. 13). Dabei versuchen sie, dies auf unterschiedlichen Wegen verfügbar zu machen. Das Diagramm auf Seite 14 zeigt, dass die Mehrheit mit 45% auf Training des eigenen Personals setzt. Weitere 38% versuchen, Personal mit dem benötigten Wissen einzustellen.

Ich arbeite aktuell selbst in einem Unternehmen, in dem die Fort- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter einen hohen Stellenwert besitzt. Ich freue mich sehr, dass mein Unternehmen mich aktiv dabei unterstützt, mein Wissen aktuell zu halten und in verschiedenen Bereichen auszubauen.

Ohne einen Beleg zur Hand zu haben, meine ich mich zu erinnern, dass die Qualifizierung bestehenden Personals für ein Unternehmen häufig günstiger ist, als neues Personal einstellen und einarbeiten zu müssen. Falls ihr dazu eine gute Quelle habt, teilt sie mir doch bitte in den Kommentaren mit.

Updates und Patches

Auf Seite 13 des Berichts findet sich die Aussage, dass es für 40 % aller Umfrageteilnehmer eine große bis sehr große Herausforderung darstellt, die Systeme und Anwendungen auf einem aktuellen Stand (Patchlevel) zu halten.

Nach meiner Erfahrung zählen ein geringer Automatisierungsgrad, unzureichende Testprozeduren und eine zu starre Aufbauorganisation mit komplizierten und langwierigen Abstimmungsprozessen zu den größten Problemen in diesem Bereich. Wenn Wartungsfenster zur Installation von (Sicherheits-)Updates mit 3-6 Monaten Vorlauf angekündigt und geplant werden müssen und es keinen Prozess für schnelle Notfallupdates gibt, kann man halt nicht innerhalb von 72 Stunden reagieren und Schwachstellen schließen. Wenn die Kommunikation zwischen Betriebs- und Anwendungs-Team rein über Ticketsystem läuft, hat man zwar einen sauberen Prozessablauf mit Genehmigungs- und Prüfschritten; werden die Schritte jedoch alle manuell ausgeführt, darf man sich nicht wundern, wenn Updates vier Tage statt vier Stunden brauchen.

Noch immer begegnen mir im Gespräch Szenarien, wo Anwendungsteams nicht über Testsysteme und Testpläne verfügen. Die Folgen eines Updates/Patches lassen sich nur direkt in Produktionsumgebung prüfen. Bei Fehlern kommt es dann sofort zu einer Beeinträchtigung des Dienstes und der Stresslevel steigt. Wo es bereits an der Fähigkeit mangelt, Änderungen zeitnah zu verifizieren, fehlt oft auch die Möglichkeit, auf einen zuletzt als funktionierend bekannten Stand zurückzurollen. Hier bleibt nur der Weg voran unter Einsatz aller verfügbaren Ressourcen, bis das Problem behoben oder das Unternehmen insolvent ist.

Nicht immer ist es ganz so dramatisch. Häufig löst mangelnde Automation einen langwierigen Abstimmungsprozess aus. Viele Personen müssen Zeit einplanen, um diverse Schritte im Prozessablauf manuell auszuführen, zu testen und zu dokumentieren. Schnell sind 3,6 kg Excel-Dateien erstellt, das Update aber immer noch nicht abgeschlossen.

Ich erinnere mich an die schöne Zeit zwischen 2011 und 2014. Unser damaliger stellvertretender Abteilungsleiter hatte die Idee, DevOps auszuprobieren. Dazu wurden Teams aus Entwicklern und Systemadministratoren gebildet, die nun gemeinsam für den Betrieb und die Verfügbarkeit bestimmter Anwendungen verantwortlich waren. Statt den auf Papier dokumentierten Verantwortungsübergängen und dem daraus häufig folgenden Hin- und Herschiebens des schwarzen Peters saßen wir jetzt gemeinsam in einem Boot und hatten gemeinsame Ziele. Wir lernten dabei die Sicht- und Arbeitsweise der jeweils anderen Job-Rolle kennen und zu verstehen. Und im gemeinsamen Dialog, gelang es uns Automationsprozesse zu entwickeln, um Updates schneller und erfolgreicher durchführen zu können. Leider überlebte dieses Modell die Zeit nicht. Heute ist mir bekannt, dass mit dem Wechsel dieses Modells auch die alten Probleme zurückkehrten und deutlich weniger Updates durchgeführt werden.

Oft liegt die Verantwortung für die Installation von Updates/Patches beim Betrieb. Jedoch ist nur das Anwendungsteam in der Lage, die korrekte Funktionsfähigkeit der Anwendung/des Dienstes zu beurteilen. Auch wenn manche Abteilungsleiter es nicht gerne hören, es geht am besten gemeinsam, mit kurzen Abstimmungswegen über Team- und Abteilungsgrenzen hinweg.

Der zweite Schlüssel zum Erfolg ist Automation. Lasst den Automaten die einzelnen Prozessschritte ausführen, welche in der Regel wie folgt aussehen:

  1. Anwendung bzw. Dienste stoppen
  2. Updates/Patches installieren
  3. System neu starten
  4. Anwendung bzw. Dienste starten
  5. Anwendung/Dienst auf korrekte Ausführung testen
  6. Bei Fehlschlag –> Rollback bzw. bei Erfolg –> Update erfolgreich

Zeit und Energie, die hier investiert werden, zahlen sich in aktuellen Systemen mit weniger Sicherheitslücken aus. Schafft einen Raum, in dem sich eure Experten aus Systemadministration und Anwendungsentwicklung austauschen und abstimmen können.

Selbstverständlich haben die Qualität der vom Hersteller bereitgestellten Updates ebenfalls einen großen Einfluss auf den Erfolg von Patchinstallationen. Sollte es hier wiederholt Probleme geben und keine Besserung in Sicht sein, ist ggf. ein Wechsel des Anbieters in Erwägung zu ziehen. Doch bevor ihr euch Hals über Kopf in die Migration stürzt, denkt daran, dass das Gras auf der anderen Wiese stets grüner wirkt, als es ist. Es geht nicht ohne ausführliche Tests.

Ich wünsche allen, die sich für Updates und Patches Nächte und Wochenenden um die Ohren schlagen müssen, dass sich die Situation für euch bessert und sich dies im nächsten Open Source Statusbericht ablesen lässt.

Wartung von End-of-Life Versionen

Manche nennen es den Giftschrank, andere die Schmuddelecke. Gemeint sind damit Betriebssystem-Releases und Anwendungen, die das Ende ihres Lebenszyklus erreicht oder schon überschritten haben. Laut Seite 13 des Berichts ist dies für 42 % der Umfrageteilnehmer ein Thema.

Die Gründe warum diese Systeme noch existieren, lauten häufig sehr ähnlich. Fast immer läuft eine geschäftskritische Anwendung darauf,

  • Von der im Unternehmen niemand mehr weiß, wie sie funktioniert, um sie auf ein neues Betriebssystem zu migrieren
  • Für deren Migration keine Ressourcen verfügbar sind
  • Mit der komplizierte und langwierige Abstimmungsprozesse zur Migration verbunden sind; niemand will das Ding anfassen
  • Die für keine aktuellere Betriebssystem-Version zertifiziert ist

Im hier kommentierten Bericht wird auf Seite 15 ausgewiesen, dass 22 % der Befragten noch CentOS einsetzten, dessen Release 7 seit dem 30. Juni 2024 End-of-Life (EoL) ist. In der Umfrage kommt es sogar auf Platz 3 der am häufigsten eingesetzten Distributionen.

Egal ob man nun EoL-Betriebssysteme oder EoL-Laufzeitumgebungen betrachtet, die Lösung ist stets dieselbe. Die dazugehörige Anwendung muss zuerst auf einer neueren und unterstützten Version laufen, bevor die alte abgeschaltet werden kann. Dazu müssen Teams in der Lage sein, Anwendungen neu deployen und das Deployment testen zu können. Auch hier helfen Testsysteme, -prozeduren und Automation. Auch hierbei ist es unerlässlich, dass Betrieb und Anwendungsteams zusammenarbeiten, um den Erfolg der Migration sicherzustellen. Je schneller Feedback-Loops und Abstimmungsprozesse sind, desto schneller sind notwendige Prozeduren etabliert. Die Zeit für Releasewechsel lässt sich so signifikant verkürzen. Ressourcen sind damit schneller frei und können für innovative Entwicklungsprojekte genutzt werden.

Leider erlebe ich häufig, dass Abteilungen nur in ihrem eigenen Bereich nach Lösungen suchen und den Kontakt zu anderen Abteilungen meiden, ja beinahe scheuen. Doch ist dies kein technisches Problem. Es ist eine organisatorische Herausforderung, die angegangen werden muss. Es liegt doch im Interesse aller Beteiligten, regelmäßig wiederkehrende Releasewechsel schnell und störungsarm abwickeln zu können.

In meinem beruflichen Alltag erlebe ich häufig, dass In-Place-Upgrades als Allheilmittel angesehen werden. Ich hingegen bin kein großer Freund davon. Sie sind der vermeintlich einfache Weg, doch führen sie zur dunklen Seite der Macht. Ein In-Place-Upgrade aktualisiert das Betriebssystem inkl. der installierten Bibliotheken und Laufzeitumgebungen. Es befreit nicht von der obligatorischen Aufgabe, die darauf laufenden Anwendungen im Anschluss zu testen. Stellt man dabei Fehler fest, gibt es häufig kein Zurück mehr. Eine Ausnahme bilden hier virtuelle Umgebungen, bei denen man zuvor einen Snapshot der virtuellen Maschine erstellen kann.

Wer eine Anwendung immer nur mit In-Place-Upgrades von einem Release auf das nächste rettet, verliert mit einer größeren Wahrscheinlichkeit die Fähigkeit, die Anwendung sauber neu zu deployen. Man tut sich hiermit keinen Gefallen.

Ich bin der Überzeugung, dass Organisationen in der Lage sein müssen, ihre geschäftskritischen Anwendungen mit einem definierten Zustand automatisiert ausrollen zu können. Dies unterstützt Releasewechsel, erleichtert den Auf- und Abbau von Testumgebungen sowie die Verifizierung von Fehlern und das Nachstellen von Bugs. Anwendungen können so auch deutlich leichter und schneller gegen neuen Bibliotheken und Laufzeitumgebungen getestet werden. Es lohnt sich, Zeit zum Schärfen der Axt zu investieren, bevor man mit dem Fällen der Bäume beginnt. Oder anders ausgedrückt, wer keine Zeit hat, den Zaun zu reparieren, weil er mit Kühe einfangen beschäftigt ist, wird nie zum Melken kommen.

Open Source Distributionen

In dieser Kategorie auf Seite 15 listet der Bericht die Linux-Distributionen auf, die von den Umfrageteilnehmern verwendet werden. Ubuntu führt diese Liste an und liegt mit 46 % vor Debian mit 23%. Platz 3 geht an CentOS mit 22%. Den undankbaren vierten Platz belegt Amazon Linux mit knapp 20%. Die noch recht neue Distribution CentOS Stream findet sich auf Platz 13 mit 9,5%.

Ich habe diese Werte mit denen aus dem State of Open Source Report von 2023 verglichen. Ubuntu hat im Vergleich um 27 % zugelegt (Platz 1 mit 29% in 2023). Debian kam 2023 mit 16,63% auf Platz 6 hinter CentOS Stream mit 16,74%. Die Plätze 2 und 3 wurden 2023 von Alpine Linux (21,1%) und Oracle Linux (19,72%) belegt. CentOS kam damals mit 15% auf Platz 8.

Der Bericht von 2024 spekuliert, dass Red Hat’s Änderung beim Zugriff auf den RHEL Quelltext und das EoL von CentOS mitverantwortlich für diese Veränderungen sind, kann jedoch keine klaren Belege dafür liefern. Laut Bericht sind die Linux Wars noch nicht entschieden und wir können auf den kommenden Bericht gespannt sein.

Es hat mich überrascht, dass RHEL und SLES es gar nicht in das Ranking geschafft haben. Unter Berücksichtigung, dass die Kostenreduktion in diesem Bericht die Hauptmotivation für den Einsatz von Open Source darstellt, lässt sich ggf. erklären, warum Distributionen gerade nicht hoch im Kurs stehen, die kostenpflichtige Support-Subskriptionen für den produktiven Einsatz voraussetzen.

Ich freue mich schon darauf, herauszufinden, wie dieses Ranking im nächsten Bericht aussieht.

Cloud-Native Open Source Technologies

Das Diagramm auf Seite 17 zeigt das Ranking der wichtigsten Cloud-Native Open Source Technologies für die Umfrageteilnehmer. Platz 1 wird von Docker mit 44,6 % eingenommen, gefolgt von Kubernetes mit 33,61 %.

Der große Vorsprung von Docker vor Podman mit 16,6 % hat mich ein wenig überrascht. Ich hätte den Abstand nicht als so groß eingeschätzt. Hier interessiert mich, welche Vorteile die Nutzer in Docker gegenüber Podman sehen. Leider macht der Bericht hierzu keine Aussage. Ich selbst nutze Podman unter Debian, Fedora und RHEL. In Debian stehen ungünstigerweise nur ältere Podman Releases zur Verfügung, denen wichtige Funktionen fehlen. Dies ist in meinen Augen eine Erklärung, warum Podman gerade in diesen Distributionen wenig genutzt wird. Dies ist allerdings nur wilde Spekulation meinerseits. Ich kann dies nicht belegen.

Für mich ebenfalls unerwartet ist OpenStack mit knapp 18 % sowie OKD und Rancher mit jeweils unter 10%. In diesem Bereich leide ich vermutlich an Betriebsblindheit. Wenn man bei Red Hat arbeitet, kann man leicht den Eindruck gewinnen, dass die ganze Welt nur noch OpenShift macht.

Ich freue mich darauf, diese Kategorie über die nächsten Jahre zu beobachten und zu sehen, wie sich Podman entwickelt, wofür ich eine gewisse Vorliebe habe.

Automations- und Konfigurations-Management

Wer die Kategorie Ansible in diesem Blog kennt, weiß bereits, dass ich mich gerne mit Ansible beschäftige. So freut es mich zu sehen, dass Ansible im betrachteten Bericht auf Seite 25 Platz 1 mit 30% belegt. Überraschend finde ich hingegen, dass 27% angaben, keinerlei Open Source Automations- bzw. Konfigurationsmanagement zu verwenden. Der Bericht führt dies auf Antworten aus jungen Unternehmen zurück, die (noch) keine Notwendigkeit für Automation sehen. Ich möchte diesen Unternehmen empfehlen, frühzeitig eine Automation First Philosophie zu entwickeln, da ich überzeugt bin, dass sich ein konsequenter Einsatz von Automations- und Konfigurationsmanagementwerkzeugen schnell auszahlt.

Unter den Systemadministratoren liegen Ansible (40 %) und Puppet (36%) als beliebteste Werkzeuge nah beieinander. Es ist immer gut, Auswahl und Wettbewerb zu haben. Ich freue mich über den Anteil von Puppet, gerade weil ich in den Nachrichten nur noch wenig Notiz davon nehme.

Salt liegt bei unter 10 % und ich habe auch schon längere Zeit nichts mehr von diesem Projekt gehört. Schade, die Architektur von Salt finde ich ganz interessant.

Im aktuellen Bericht nutzen knapp 23 % Terraform und der Lizenzwechsel zeigt noch keine große Abwanderung zu dessen Fork OpenTofu. Da die Datenerhebung jedoch Ende 2023 durchgeführt wurde, kann der Bericht eine etwaige Nutzerabwanderung noch nicht darstellen. In 2024 hat IBM die Übernahme von Hashi Corp bekannt gegeben. Ich bin gespannt, wie es mit den Produkten und deren Nutzung weitergeht. Hoffentlich gibt der nächste Bericht erste Einblicke.

Fazit

Durch die Arbeit in einem großen IT-Unternehmen mit einem starken eigenen Portfolio fällt es leicht, eine Betriebsblindheit für die Entwicklungen außerhalb des eigenen Kosmos zu entwickeln. Berichte wie der 2024 State of the Open Source Report helfen, der Betriebsblindheit entgegenzuwirken.

Ich habe nicht alle Kategorien des aktuellen Berichts im Detail betrachtet, sondern mir diejenigen herausgepickt, die mein persönliches Interesse ansprechen. Darüber in diesem Blog zu schreiben, hilft mir, über den Bericht und meine Erfahrungen zu reflektieren. Und wenn euch dieser Kommentar ebenfalls gefällt, freue ich mich umso mehr.

LibreOffice 24.8.1 erschienen

Von: MK
13. September 2024 um 03:51

Die Document Foundation hat heute LibreOffice 24.8.1 veröffentlicht. Es handelt sich um das erste Wartungsupdate der neuesten LibreOffice-Serie, das über 85 Fehler behebt. Die neue Version ist drei Wochen nach dem Hauptrelease von LibreOffice 24.8 verfügbar und erhöht durch Fehlerbehebungen und Stabilitätsverbesserungen die Zuverlässigkeit der kostenlosen und plattformübergreifenden Office-Suite. Insgesamt behebt LibreOffice 24.8.1 89 gemeldete […]

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KDE Plasma 6.1.5 erschienen

Von: MK
12. September 2024 um 08:00

Das KDE-Projekt hat KDE Plasma 6.1.5 veröffentlicht, die letzte Wartungsversion der Plasma 6.1 Serie. Mit diesem Update werden zahlreiche Fehler behoben, um die Stabilität und Zuverlässigkeit des Desktops zu verbessern. KDE Plasma 6.1.5 erschien wenige Wochen nach Version 6.1.4. Es verbessert die Geschwindigkeit der Suchfunktion von Plasma Discover und ermöglicht Drag-and-Drop auf ein automatisch ausblendendes […]

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Veranstaltungshinweis: Kielux 24

Von: MK
11. September 2024 um 09:15

Die 22. Kieler Open Source und Linux Tage 2024 finden vom 19. bis 21. September 2024 statt und bieten wieder ein spannendes Programm für Open-Source-Interessierte. Als Hybrid-Event konzipiert, können die Teilnehmer sowohl vor Ort in Kiel als auch online teilnehmen. Der Auftakt wird mit dem Linux Presentation Day am 19. September gemacht, der vor allem […]

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Information zum heutigen Ausfall von My-IT-Brain.de

02. September 2024 um 18:12

Der Virutal Private Server (VPS), welcher diesen Blog ausliefert, war heute in der Zeit zwischen 08:06 Uhr und 17:52 Uhr nicht erreichbar.

Screenshot aus meiner Uptime-Kuma-Instanz

Ursache ist eine Störung im Nürnberger Rechenzentrum meines Anbieters Contabo. Die Störung besteht offenbar schon seit dem 30.08. (siehe Screenhot der Meldung unten), betraf meinen VPS aber erst heute.

Screenshot einer Contabo-Status-Meldung aus meinen RSS Feed Reader
Screenshot der Contabo-Störungs-Meldung zum Zeitpunkt 2024-09-02T20:11+02

Die Störung bei Contabo ist noch nicht behoben. Es ist nicht auszuschließen, dass dieser Blog nocheinmal davon betroffen sein wird. Ich bitte in diesem Fall um etwas Geduld.

Update 2024-09-16: Root Cause Analysis of September 2024 Nuremberg Data Center Outage

Contabo hat einen Blog zur Aufarbeitung der Störung vom 2. September 2024 veröffentlicht. Die URL lautet: https://contabo.com/blog/nuremberg-incident-root-cause-analysis/

Ubuntu 24.04 Buch von Josef Moser veröffentlicht

05. Juli 2024 um 07:21

Das Ubuntu 22.04 Buch für Einsteiger Seit Juni 2024 ist das neue Buch von Linux Autor Josef Moser über Ubuntu 24.04 LTS erhältlich. Wie immer handelt es sich dabei um eine sogenannte Schnellanleitung. Das bedeutet, dass es sich inhaltlich hauptsächlich an Linux Einsteiger richtet. Ubuntu zählt zu den beliebtesten Linux Betriebssystemen. Alle zwei Jahre veröffentlicht… Weiterlesen Ubuntu 24.04 Buch von Josef Moser veröffentlicht

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Ich bin mit meinem aktuellen Job sehr zufrieden

24. Juni 2024 um 05:00

Und in diesem Text möchte ich euch mitteilen, welche Faktoren zu meiner Zufriedenheit beitragen.

Seit März 2023 arbeite ich als Senior Technical Account Manager (TAM) bei Red Hat. In diesem Artikel habe ich beschrieben, wie eine Arbeitswoche für mich aussehen kann.

Doch was gefällt mir nun so sehr an diesem Job?

  • Ich arbeite full remote. Dies passt aktuell am besten zu meinen Lebensumständen. Hier findet sich ein Erfahrungsbericht dazu.
  • Dass ich nicht mehr pendeln muss, gibt mir mehr Zeit für die Familie und schont die Umwelt.
  • Unser gesamtes Team arbeitet full remote und alle beherrschen unsere Tools, sodass die Zusammenarbeit reibungslos klappt.
  • Wir haben eine tolle Unternehmenskultur und ich fühlte mich selten von so hilfsbereiten Menschen umgeben.
  • Diese Kultur motiviert mich, mich selbst stets einzubringen und zu unterstützen, wo ich kann.
  • Wir haben anspruchsvolle Ziele und stets mehr als genug zu tun. Dennoch nehmen wir uns stets die Zeit einander zu helfen, unser Wissen zu teilen.
  • Wenn jemand mal nicht direkt helfen kann, wird man nicht mit Sätzen wie: „Dafür bin ich nicht zuständig.“ oder „Da kenne ich mich selbst nicht mit aus.“ abgespeist. Bei uns hört man dann eher:
    • „Da kann ich dir leider nicht direkt helfen, aber versuch es mal bei XY, die haben mir schonmal in einer ähnlichen Angelegenheit geholfen.“
    • Oder die Anfrage wird direkt an das richtige Team weitergeleitet
  • Wir sind in unserer Arbeitsweise sehr frei. Es gibt kein Mikromanagement. Unser aller Ziel ist, unseren Enterprise-Kunden eine gute Erfahrung zu bescheren. Natürlich gibt es Leitlinien, die einen Rahmen vorgeben. Diese empfinde ich nicht als Einschränkung, sondern als richtungsweisend.
  • Im Zweifel haben wir das gemeinschaftlich gepflegte TAM Manual, das uns erklärt, wie was gemacht wird.
  • Wir ziehen Besprechungen nicht in die Länge. Wenn wir fertig sind, hören wir einfach auf. Selbst dann, wenn die Zeit noch nicht vorbei ist.

Natürlich gibt es auch bei Red Hat genug Dinge, die verbessert werden können bzw. sollten. Doch konzentriere ich mich hier bewusst auf die Punkte, die zu meiner Zufriedenheit führen, um mich daran zu erfreuen.

Die obigen Punkte beziehen sich nicht ausschließlich auf mein eigenes Team. Ich erlebe dies regelmäßig auch teamübergreifend. Das ist eine tolle Erfahrung.

Mein Tipp für euch: Denkt nicht immer nur an Dinge, die euch nicht gefallen. Macht euch aktiv der Dinge bewusst, die euch gefallen und motivieren. Ihr werdet evtl. erstaunt sein, wie viel Energie ihr draus schöpfen könnt. Mich hat bspw. die Methode Journaling dabei unterstützt, zu einem positiven Mindset zu finden.

Was gefällt euch besonders an eurem Job? Teilt eure Gedanken und Erfahrungen gerne mit uns.

Kostenlose Bilderbeschreibung für WordPress

10. Februar 2024 um 15:09

Das soziale Netzwerk Mastodon hat mit seinem web- und mobilen Anwendungen für mich einen wunderbaren Standard in das Leben gerufen und sogleich in dem Netzwerk etabliert. Die ausführliche Bildbeschreibung. Die Beschreibung wird, unterstützt durch künstliche Intelligenz, per Knopfdruck als ein Text generiert. Der Text wird nun noch an die eigenen Wünsche angepasst. Damit beschreibt der ... Weiterlesen

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Anpassen der Funktionen für das Teilen in Netzwerken

08. Januar 2024 um 19:45

Eigentlich ist es eine kaum genutzte Funktion und irgendwie waren sie schon immer ein wenig, hmmm. Vielleicht empfinde ich es auch nur so. Aber nun sind einige soziale Netzwerke aus der Funktion Teilen aus den Blogartikeln genommen worden. Natürlich an erster Stelle das ehemalige Twitter und der Firma Meta inklusive alle Ihren Diensten. Ich glaube ... Weiterlesen

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Jahresrückblick 2023: Open Source in einer neuen Dimension

31. Dezember 2023 um 22:30

Es ist der 31.12.2023 und somit wird es wieder Zeit für den traditionellen Jahresrückblick. Dieses Jahr dominierten zwei Buchstaben: KI. Die Veröffentlichung von ChatGPT erfolgte zwar kurz vor 2023, in diesem Jahr wurden allerdings die Auswirkungen sichtbar. Ich muss sagen, dass es lange kein Werkzeug gab, an dem ich so viel Experimentierfreude erleben konnte.

Dabei ist die Mensch-Maschine-Schnittstelle besonders spannend. Die natürlichsprachliche Interaktion verbessert nicht nur die Zugänglichkeit, sondern erhöht auch die Interoperabilität: Das Werkzeug kann nicht nur die Aufgabe verstehen, sondern die Ergebnisse in der gewünschten Form darstellen. Schreibe ich eine Software, erfüllt sie nur einen Zweck. ChatGPT kann besonders einfach an neue Aufgabenbereiche angepasst werden. Man muss nicht einmal im klassischen Sinne "programmieren". Somit wird die Arbeit mit dem Computer auf eine ganz neue Stufe gehoben.

Auf die technische Ebene möchte ich heute gar nicht direkt eingehen, das haben wir das Jahr schon im Detail in diesem Blog ergründet. Diskussionen über Technik und Innovationen stellen nur eine Augenblickaufnahme dar. Im Rückblick auf eine größere Zeitepisode wie ein mindestens Jahr werden allerdings gesellschaftliche Entwicklungen deutlich. Und hier gab es einiges zu beobachten.

KI für die Massen

ChatGPT hat eine große Nutzerbasis erreicht, die zumindest ein Mal das Werkzeug ausprobiert hat. Im deutschsprachigen Raum, der sonst sich so "datenschutzorientiert" und innovationskritisch gibt, ist das schon bemerkenswert. Diskussionen über Datenschutz waren zweitrangig, die Menschen waren von der Innovation durch das Werkzeug fasziniert. Natürlich kam über das Jahr die Erkenntnis, dass in der aktuellen Form die Technologie je nach Branche noch nicht weit genug ausgereift ist, trotzdem wollte jeder einmal schauen, was es damit auf sich hat und ob es den Alltag erleichtern kann.

Und doch hat OpenAIs Werkzeug in meinen Augen ein wenig den Blick verengt: Durch das schnelle Wachstum wurde ChatGPT zum Sinnbild von "KI" und hat Ängste geschürt. Denn einerseits will jeder, dass KI ihm das Leben einfacher macht, jedoch nicht, dass andere mit KI ihm seine Lebenssituation verschlechtern bzw. ihn zu einem Umdenken zwingen. Ein Zeitungsredakteur möchte gerne KI für die Verbesserung seiner Texte einsetzen, fürchtet jedoch um seine Jobzukunft, wenn andere ihn durch automatische Generierung ganzer Zeitungsbeiträge drohen, überflüssig zu machen.

Dieser Umstand hat die Diskussion rund um den europäischen AI Act noch einmal deutlich angeheizt. An Large Language Models wurden auf einmal hohe Anforderungen gestellt, um subjektiven Ängsten entgegenzutreten. Dann war man sich aufgrund der Innovationsgeschwindigkeit auf einmal nicht sicher, ob es jetzt schon Zeit für eine starre Regulierung ist. Und schlussendlich zeichnet sich eine politische Entwicklung ab, jetzt lieber irgendeinen Kompromiss als später eine gut ausgearbeitete Fassung präsentieren zu können. Wie der AI Act kommt, werden wir dann im nächsten Jahr sehen.

Das alles war aber nicht das, was dieses Jahr in meinen Augen besonders gemacht hat. Es ist etwas anderes: die neue Rolle von Open Source.

Neue Hürden für Technologie?

Anfang des Jahres sah es so aus, als setzt eine besondere Kommerzialisierung in der Technikwelt ein: die Kommerzialisierung von Basistechnologie. Über die verschiedenen Jahre haben wir gesehen, dass es für verschiedene Produkte in der IT proprietäre und freie Lösungen gibt. Zwar sind erstere gerne technologisch mitunter überlegen, da die Profitorientierung Anreize setzt, für bestimmte Anwendungszwecke besonders passende Lösungen zu entwickeln. Kostet eine Software Geld, kann der Hersteller Programmierer anstellen, die auch die Features entwickeln, die man ungern freiwillig programmiert. Auf diese Weise entstehen runde Produkte für einen Anwendungszweck.

Freie bzw. zumindest quelloffene Software ermöglicht zumindest aber der Öffentlichkeit, einen Blick in die Funktionsweise zu werfen, um zu sehen, wie etwas funktioniert. Das ist die Grundlage, um Technologie zu verbessern.

In der Welt des maschinellen Lernens entstand allerdings durch die benötigte Compute Power eine hohe Eintrittshürde. Es sah so aus, als wären die Large Language Models nur noch großen Konzernen bzw. gut finanzierten Start-ups vorbehalten, die sich die Trainingspower leisten können. Während die Vorgängersysteme wie GPT-2 noch öffentlich zugänglich waren, wurden gerade Systeme wie GPT-3 und GPT-4, bei denen das Produkt endlich richtig nutzbar wurde, zurückgehalten.

Im Laufe des Frühlings habe ich allerdings vermutet, dass freie Modelle die proprietären outperformen können, weil die öffentliche Zugänglichkeit die Chance eröffnet, dass Experten weltweit mit ihren eigenen Erfahrungen, Eindrücken und ihrem Domänenwissen eine Technologie entwickeln können, die verschlossenen Produkten überlegen ist.

Überraschend war, dass es gerade das AI-Team von Facebook war, das den Stein mit LLaMA ins Rollen gebracht hat. Es folgten zahlreiche weitere Abkömmlinge, Weiterentwicklungen oder gänzliche Alternativansätze, die eines gemein hatten: ihr Kern mit den Gewichten war zugänglich.

Wie es aussieht, könnte die Dominanz proprietärer Systeme gebrochen werden, sodass auch die Möglichkeit gewahrt bleibt, einen wissenschaftlichen Diskurs zu führen. Technische Berichte proprietärer Modelle sind zwar nett, aber die Forschungsarbeiten, in denen reproduzierbare Fortschritte aufgezeigt werden, bringen uns tatsächlich eher voran.

Um die rasante Entwicklung im Frühling, als scheinbar jedes KI-Team großer Konzerne und Forschungseinrichtungen alle in der Schublade angesammelten LLM-Projekte zu veröffentlichen versuchte, im Auge zu behalten, habe ich die LLM-Timeline entwickelt. Sie wurde vor einigen Tagen wieder aktualisiert und zeigt besonders, wie sehr LLaMA als eines der ersten praktisch verwertbaren Modelle mit offenen Gewichten die Entwicklung beeinflusst hat.

Ein weiteres Projekt, das ich in der Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Kiel realisiert habe, war der Podcast KI & Kultur, der generative Modelle aus der Perspektive Kulturschaffender beleuchtet hat.

Was bleibt

Das Jahr hat den 70 Jahre alten Begriff der KI wieder mal in die Massen gebracht. Dabei wird ChatGPT dem Begriff eigentlich gar nicht gerecht, weil es streng genommen relativ dumm ist. Insbesondere beschränkt es die Zustandsfähigkeit nur auf eine Prompt und lernt nicht, während es denkt. Training und Inferenz sind entkoppelt.

Und trotzdem ist es diese natürlichsprachliche Schnittstelle, die es so faszinierend macht. Allerdings ist auch diese Erkenntnis nicht neu und wurde schon vor 55 Jahren mit ELIZA diskutiert.

Erfreulich ist es, dass "Open Source" nicht mehr nur bei Software, sondern in neuen Technologien Anwendung findet. Der Gedanke, dass Technologie zugänglich sein muss, kann so erhalten werden. Und dass es hilft, wenn Wissenschaftler auf der ganzen Welt mit ihrem Wissen beitragen können, sehen wir weiterhin auch in dieser Thematik.

LLMs ermöglichen es, dass wir uns endlich wieder der Mensch-Maschine-Schnittstelle widmen können, die Technologie nutzbar macht. Menschen wollen, dass Technik das Leben einfacher macht. Die bisher begrenzte Rechenleistung hat uns zu Hilfsmitteln wie Displays, Touchscreens oder Tastaturen gezwungen. In den nächsten Jahren können wir schauen, wie wir das überwinden können, um endlich nutzbare Computer zu erhalten, die wirklich was bringen.

Und so ist es schon fast ironisch, dass die naheliegendste Technologie, die in den 2010er-Jahre euphorisch gefeiert wurde, von den LLMs noch wenig profitiert hat: Sprachassistenten. Sie sind überwiegend noch genau so begrenzt und unflexibel wie früher. Hier gibt es einiges zu tun.

Frohes Neues

Abschließend möchte ich meinen Lesern des Blogs und Zuhörern des Podcasts Risikozone sowie KI & Kultur danken, dass ihr den Blog lest, den Podcast hört und regelmäßig Feedback gebt. Ich wünsche euch einen guten Rutsch in das neue Jahr 2024.

Im nächsten Jahr werden wir wieder gemeinsam neue Technologien ergründen und die aktuellen Nachrichten diskutieren. Es wird auch mehr um Grundlagen und Visualisierungen gehen, hierauf freue ich mich schon besonders!

Viel Glück, Gesundheit und Erfolg!

Meine Top 3 der Hardware 2022 im Homeoffice

29. Dezember 2022 um 20:21

Die für mich beste Hardware im Jahr 2022 unterliegt der Prämisse, dass es nur Hardware sein kann, welche ich auch in diesem Jahr erstanden, bzw. geschenkt bekommen habe. Auch wenn ich einige Produkte aus dem Jahr 2021 doch erst in diesem Jahr richtig zu schätzen lernte. Ich habe mich selbst hier einmal auf 3 Produkte ... Weiterlesen

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Ubuntu 22.04 Buch von Josef Moser veröffentlicht

05. Juli 2022 um 17:25

Das Ubuntu 22.04 Buch für Einsteiger Seit 04.07.2022 ist das neue Buch von Linux Autor Josef Moser über Ubuntu 22.04 LTS erhältlich. Wie immer handelt es sich dabei um eine sogenannte Schnellanleitung. Das bedeutet, dass es sich inhaltlich hauptsächlich an Linux Einsteiger richtet. Ubuntu zählt zu den beliebtesten Linux Betriebssystemen. Alle zwei Jahre veröffentlicht Canonical… Weiterlesen Ubuntu 22.04 Buch von Josef Moser veröffentlicht

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Ubuntu 22.04 LTS ist da

19. Mai 2022 um 07:56

Die Linux Distro Ubuntu 22.04 LTS ist erschienen. Alle zwei Jahre veröffentlicht Ubuntu eine Langzeit-Version ihrer beliebten Linux Distribution. Das bedeutet, dass sie für fünf Jahre unterstützt wird. Diesmal hört die Distro auf den Namen „Jammy Jellyfish“. 22.04 steht dafür, dass die Veröffentlichung im April 2022 erfolgte. Mit GNOME 42 steht das zur Zeit aktuellste… Weiterlesen Ubuntu 22.04 LTS ist da

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Linux Mint Debian Edition 5 /LMDE ist als Beta verfügbar

05. März 2022 um 10:12

Lange haben Linux Mint Anwender darauf gewartet. Nun ist es endlich soweit. Linux Mint Debian Edition 5 ist als Beta Version verfügbar und steht auf der Linux Mint Webseite zum Download bereit. Ausgeliefert wird LMDE nur mit dem Cinnamon Desktop. Mate und XFCE bleiben außen vor. Ich habe mir die Beta Version schon einmal angesehen… Weiterlesen Linux Mint Debian Edition 5 /LMDE ist als Beta verfügbar

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openSUSE Leap 15.2 wird nicht mehr unterstüzt

15. Januar 2022 um 16:12

Die Version 15.2 der beliebten Linux Distribution openSUSE erreicht das Ende seiner Laufzeit und wird somit nicht mehr unterstützt. Daher wird empfohlen, dass Nutzer möglichst zeitnah den Wechsel zu 15.3 ins Auge fassen. openSUSE stellt einen Link bereit, wo erklärt wird, wie ein Upgrade durchzuführen ist. Für Anwender, die lieber eine Neuinstallation durchführen wollen, stehen… Weiterlesen openSUSE Leap 15.2 wird nicht mehr unterstüzt

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Nach 5 Jahren, raus aus dem Homeoffice

02. Mai 2021 um 15:28

Ich habe nun über 5 Jahre im Homeoffice gearbeitet. Hier habe ich die vielen Vorteile, sowie aber auch die Nachteile genossen. Fasziniert habe ich die Empfehlungen der letzten zwei Jahre für die Arbeit im Homeoffice verfolgt, aber mich aus dem Thema herausgehalten. Vieles war für uns nicht so umsetzbar und hätte auch nicht so zu ... Weiterlesen

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