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Nextcloud auf dem RasPi – Teil 1

29. Juli 2024 um 04:00

Vor einiger Zeit habe ich beschlossen eine Serie von Artikeln zum Thema Nextcloud auf dem RasPi auf meinem Blog intux.de zu veröffentlichen. Ziel ist es, eine eigene Cloud zu erstellen, die produktiv nutzbar ist. Diese soll später über das Internet erreichbar sein.

Was benötigt man dafür?

Um langfristig sicherzustellen, dass alles funktioniert, empfehle ich, die neueste Hardware zu verwenden, wie den Raspberry Pi 5. Allerdings würde hier auch ein Einplatinencomputer der vorherigen Generation mit 4GB RAM ausreichen.

Hier eine Auflistung der für das Projekt eingesetzten Komponenten:

  • Raspberry Pi 5
  • offizielles Gehäuse für den Raspberry PI 5
  • offizielles Netzteil für den Raspberry PI 5 (8GB RAM)
  • 32GB MicroSD (SanDisk Extreme microSD UHS-I)

Vorbereitung

Diese kleine Anleitung soll helfen, das Projekt Nextcloud auf dem Raspberry Pi nicht nur umzusetzen, sondern auch besser zu verstehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Software und der Konfiguration. So können später auftretende Fehler besser lokalisiert und abgestellt werden.

Der Raspberry Pi wird als LAMP-Server (Linux, Apache, MariaDB, PHP) dienen, die Nextcloud zu betreiben. Wie man diese vier Bausteine aufsetzt, zeige ich im folgenden Abschnitt.

Mindmap LAMP-Server
LAMP-Server

Installation

Der erste Baustein der installiert wird, ist Linux. Hierbei handelt es sich um das Betriebssystem Raspberry Pi OS. Dieses spielt man ganz einfach mit dem Raspberry Pi Imager auf die MicroSD.

Hier wählt man (siehe Screenshot) das zu installierende Betriebssystem aus. In diesem Fall ist es das Raspberry Pi OS (64-bit). Im Imager können vorab einige Einstellungen vorgenommen werden. Ich werde in dieser Anleitung einfache Bezeichnungen und Passwörter verwenden. Diese können während der Installation entsprechend frei angepasst werden!

Raspberry Pi Imager - OS und SD-Karte auswählen
Raspberry Pi Imager – OS und SD-Karte auswählen
Raspberry Pi Imager - OS-Einstellungen vornehmen
Raspberry Pi Imager – OS-Einstellungen vornehmen

Über das Zahnrad des Imagers lässt sich das Raspberry Pi OS vorkonfigurieren. Hier trägt man für den Anfang die entsprechenden Daten ein:

Hostname: nextcloud
SSH aktivieren
Benutzername: radiouser
Passwort: geheim

Danach wählt man am PC/Notebook die MicroSD aus, auf die geschrieben werden soll.

Raspberry Pi Imager - Schreibvorgang
Raspberry Pi Imager – Schreibvorgang

Zum Schluss werden die Daten auf die MicroSD geflasht. Ist dies erledigt, kann die Karte ausgeworfen und in den vorbereiteten Raspbberry Pi (Kühlkörper, Gehäuse, Lüfter) geschoben werden. Dieser wird dann via LAN-Kabel mit dem heimischen Router verbunden und über das Netzteil mit Strom versorgt.

Natürlich könnte der RasPi auch via WLAN mit dem Router kommunizieren. Hiervon rate ich jedoch ab, da über die Funkverbindung oft nicht die volle Geschwindigkeit einer Ethernet-Verbindung genutzt werden kann. Weiterhin kann es zu Verbindungsabbrüchen bzw. -lücken kommen.

Nachdem der Raspberry Pi mit Strom versorgt wird, startet dieser. Ist der Raspberry Pi hochgefahren, kann dieser via arp-scan vom PC/Notebook im Netzwerk lokalisiert werden. In meinem Fall hat er die IP-Adresse 192.168.178.136.

sudo apt install arp-scan
sudo arp-scan -l
Identifizieren des RasPi mit arp-scan
Identifizieren des RasPi mit arp-scan

Zugriff auf den Pi erhalte ich nun via zuvor im Imager aktiviertem SSH-Zugang.

ssh Benutzer@IP-Adresse
Zugang via SSH
Zugang via SSH

Ist man eingeloggt, empfiehlt es sich die Lokalisierung über raspi-config auf deutsch (siehe Screenshots) umzustellen. Damit wird Datum und Uhrzeit des Servers an die europäische Zeitzone (Berlin) angepasst.

sudo raspi-config
raspi-config - Localisation Options
raspi-config – Localisation Options
raspi-config - Locale
raspi-config – Locale

Nun wählt man de_DE.UTF-8 UTF-8 aus und deaktiviert en_GB.UTF-8 UTF-8. Die deutsche Lokalisierung wird abschließend noch bestätigt.

raspi-config - de aktivieren
raspi-config – de aktivieren
raspi-config - en deaktivieren
raspi-config – en deaktivieren

Danach wird der Raspberry Pi mit

sudo reboot

neu gestartet. Ist dies geschehen, empfiehlt es sich, das OS zu aktualisieren.

sudo apt update && sudo apt upgrade -y

Danach werden die noch fehlenden 3 Bausteine (Apache 2, MariaDB und PHP) nachinstalliert.

sudo apt install apache2 mariadb-server php php-mysql php-zip php-gd php-json php-curl php-mbstring php-intl php-imagick php-xml php-dom php-bcmath -y

Nachdem die Installation durchgelaufen ist, kann man zum Testen den Webserver Apache via Browser über die Web-Adresse http://ip erreichen.

Anschließend wird die von der Nextcloud benötigte Datenbank installiert. Zuerst wird jedoch die mysql_secure_installation durchgeführt. Ich empfehle hier das Ganze gemäß meinen Empfehlungen (Enter, n, n, y, y, y, y) zu durchlaufen. Hierbei wird für den MariaDB-Server kein separates Root-Passwort vergeben, der anonyme User wird gelöscht, die Remote-Root-Anmeldung wird verboten, die Test-DB wird gelöscht und die Änderungen ausgeführt.

sudo mysql_secure_installation

If you’ve just installed MariaDB, and you haven’t set the root password yet, the password will be blank, so you should just press enter here. Enter

Switch to unix_socker_authentication [Y/n] n
Change the root password? [Y/n] n
Remove anonymous users? [Y/n] y
Disallow root login remotely? [Y/n] y
Remove test database and access to it? [Y/n] y
Reload privilege tables now? [Y/n] y

Nachdem dieser Schritt durchgeführt wurde, kann über folgenden Befehl die Datenbank erstellt werden.

sudo mysql -u root -p

In meinem Fall heißen die Datenbank und der Benutzer „nextcloud“. Die Datenbank liegt dann auf dem „localhost“.

> CREATE DATABASE nextcloud;
> CREATE USER 'nextcloud'@'localhost' IDENTIFIED BY 'geheim';
> GRANT ALL ON nextcloud.* TO 'nextcloud'@'localhost';
> FLUSH PRIVILEGES;
> \q

Im Nachgang wechselt man in das Verzeichnis /var/www/html, wo die Nextcloud installiert wird. Die letzte Version wird vom Entwickler herunter geladen und entpackt. Danach wird die nicht mehr benötigte Zip-Datei wieder gelöscht und die Rechte der Dateien an den Benutzer www-data übertragen.

cd /var/www/html
sudo wget https://download.nextcloud.com/server/releases/latest.zip
sudo unzip *.zip
sudo rm *.zip
sudo chown -R www-data:www-data /var/www/html/nextcloud

Nun ist die Nextcloud über http://ip/nextcloud (http://102.168.178.136/nextcloud) erreichbar. Man legt den Admin fest und trägt die Daten der zuvor erstellten MariaDB-Datenbank in die Eingabemaske ein. Hat das alles geklappt, dann dauert die Einrichtung ein paar Minuten und die Nextcloud steht bereit zum ersten Login des neuen Administrators.

Administrator-Konto anlegen
Administrator-Konto anlegen

Vorschau

Im nächsten Teil zeige ich, wie man die App Collabora Online – Built-in CODE Server (ARM64) in der Nextcloud via Terminal installiert.

Viel Spaß!

Redlib – Alternatives Reddit Frontend

14. Juli 2024 um 08:25

Ein neuer adminForge Service kann ab sofort genutzt werden.

Redlib ist ein datenschutzorientiertes und quelloffenes Frontend für Reddit.

Redlib

Redlib ist ein datenschutzorientiertes und quelloffenes Frontend für Reddit.

https://reddit.adminforge.de

Features:

🚀 Schnell: geschrieben in Rust für blitzschnelle Geschwindigkeit und Speichersicherheit
☁️ Leicht: kein JavaScript, keine Werbung, kein Tracking, keine Aufblähung
🕵 Privat: alle Anfragen werden über den Server geleitet, einschließlich Medien
🔒 Sicher: starke Content Security Policy verhindert Browser-Anfragen an Reddit

Browser Addons:

Mit dieser Erweiterung könnt ihr sämtlichen Reddit Traffic in eurem Browser auf eine Redlib Instanz umleiten.

Firefox: LibRedirect
Chrome: LibRedirect

Software: Redlib

 

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Beispiele für Ansibles ‚var is defined‘

08. Juli 2024 um 05:00

In diesem Beitrag gebe ich einige Beispiele mit Erklärungen zu Ansible Conditionals, welche mir in der Dokumentation fehlen. Dieser Artikel dient mir zur Erinnerung und mag Einsteigern helfen, ein besseres Verständnis der Bedingung is defined zu gewinnen.

Wird in einem Task eine Variable verwendet, welche nicht definiert ist, bricht Ansible die Verarbeitung eines Playbooks mit einem Fehler ab. Der folgende Code-Block zeigt ein einfaches Playbook mit anschließender Ausgabe des Playbooklaufs, um dies zu verdeutlichen. Der Task beinhaltet dabei bereits eine Bedingung. Er soll nur dann ausgeführt werden, wenn die Variable my_var den Wert Hello world! enthält.

]$ cat test_conditionals.yml 
---
- name: Play around with conditionals
  hosts: localhost
  gather_facts: false

  tasks:
    - name: >-
        When all conditionals are met, print the variable value using
        ansible.builtin.debug
      when:
        - my_var == "Hello world!"
      ansible.builtin.debug:
        var: my_var

]$ ansible-playbook -i hosts test_conditionals.yml 

PLAY [Play around with conditionals] *******************************************

TASK [When all conditionals are met, print the variable value using ansible.builtin.debug] ***
fatal: [localhost]: FAILED! => {"msg": "The conditional check 'my_var == \"Hello world!\"' failed. The error was: error while evaluating conditional (my_var == \"Hello world!\"): 'my_var' is undefined. 'my_var' is undefined\n\nThe error appears to be in '/home/tronde/ansible/test_conditionals.yml': line 7, column 7, but may\nbe elsewhere in the file depending on the exact syntax problem.\n\nThe offending line appears to be:\n\n  tasks:\n    - name: >-\n      ^ here\n"}

PLAY RECAP *********************************************************************
localhost                  : ok=0    changed=0    unreachable=0    failed=1    skipped=0    rescued=0    ignored=0

Der Text 'my_var' is undefined in obiger Fehlerausgabe benennt den Grund des Scheiterns.

Nun gibt es Fälle, in denen Tasks, welche undefinierte Variablen enthalten, nicht zum Abbruch des gesamten Playbooks führen sollen. Stattdessen soll der betroffene Task einfach übersprungen werden. Dies erreicht man mit der Bedingung `is defined`. Der nächste Code-Block liefert wieder ein Beispiel dazu.

]$ cat test_conditionals.yml
---
- name: Play around with conditionals
  hosts: localhost
  gather_facts: false

  tasks:
    - name: >-
        When all conditionals are met, print the variable value using
        ansible.builtin.debug
      when:
        - my_var is defined
        - my_var == "Hello world!"
      ansible.builtin.debug:
        var: my_var

]$ ansible-playbook -i hosts test_conditionals.yml

PLAY [Play around with conditionals] *******************************************

TASK [When all conditionals are met, print the variable value using ansible.builtin.debug] ***
skipping: [localhost]

PLAY RECAP *********************************************************************
localhost                  : ok=0    changed=0    unreachable=0    failed=0    skipped=1    rescued=0    ignored=0

Der Task mit der undefinierten Variable wurde übersprungen (skipped) und das Playbook erfolgreich beendet.

Im nächsten Beispiel habe ich die Variable my_var im Playbook definiert und den passenden Wert zugewiesen.

]$ cat test_conditionals.yml
---
- name: Play around with conditionals
  hosts: localhost
  gather_facts: false
  vars:
    my_var: Hello world!

  tasks:
    - name: >-
        When all conditionals are met, print the variable value using
        ansible.builtin.debug
      when:
        - my_var is defined
        - my_var == "Hello world!"
      ansible.builtin.debug:
        var: my_var

]$ ansible-playbook -i hosts test_conditionals.yml

PLAY [Play around with conditionals] *******************************************

TASK [When all conditionals are met, print the variable value using ansible.builtin.debug] ***
ok: [localhost] => {
    "my_var": "Hello world!"
}

PLAY RECAP *********************************************************************
localhost                  : ok=1    changed=0    unreachable=0    failed=0    skipped=0    rescued=0    ignored=0

Das war auch schon alles für heute. Ihr seht, es ist keine Hexerei. Mir hilft es, die Bedeutung von is defined zu erinnern, wenn ich es einmal aufgeschrieben habe.

Zum Ende gibt es noch einen Code-Block, der zeigt, dass dies auch mit Dictionaries funktioniert:

]$ cat test_conditionals.yml
---
- name: Play around with conditionals
  hosts: localhost
  gather_facts: false
  vars:
    my_dict:
      my_var: Hello world!

  tasks:
    - name: >-
        When all conditionals are met, print the variable value using
        ansible.builtin.debug
      when:
        - my_dict.my_var is defined
        - my_dict.my_var == "Hello world!"
      ansible.builtin.debug:
        var: my_dict.my_var

]$ ansible-playbook -i hosts test_conditionals.yml

PLAY [Play around with conditionals] *******************************************

TASK [When all conditionals are met, print the variable value using ansible.builtin.debug] ***
ok: [localhost] => {
    "my_dict.my_var": "Hello world!"
}

PLAY RECAP *********************************************************************
localhost                  : ok=1    changed=0    unreachable=0    failed=0    skipped=0    rescued=0    ignored=0

In der Kategorie Ansible findet ihr weitere Artikel rund um Ansible. Viel Spaß beim Stöbern.

SafeTwitch

07. Juli 2024 um 10:27

Ein neuer adminForge Service kann ab sofort genutzt werden.

SafeTwitch ist ein datenschutzorientiertes und quelloffenes Frontend für Twitch.

SafeTwitch

SafeTwitch ist ein datenschutzorientiertes und quelloffenes Frontend für Twitch.

https://safetwitch.adminforge.de

Features:

  • Keine Verbindung zu Twitch/Amazon
  • Keine Werbung oder Tracking
  • Keine externen Verbindungen, die einzige Verbindung ist zur Instanz
  • Keine Logs
  • Viel kleinere Seiten im Vergleich zu Twitch (<1,6mb mit Bildern im Vergleich zu >8,2mb)
  • Folgen Sie Streamern lokal
  • Unendliches Scrollen

Software: SafeTwitch

 

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Mozhi Translate

07. Juli 2024 um 10:12

Ein neuer adminForge Service kann ab sofort genutzt werden.

Alternatives Frontend für die Google, DeepL, DuckDuckGo Übersetzung.

Mozhi Translate

Alternatives Frontend für die Google, DeepL, DuckDuckGo Übersetzung.

https://mozhi.adminforge.de

Features:

  • Dark Theme
  • Spracherkennung
  • Kein Tracking

Software: Mozhi Translate

 

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OpenSSH-Sicherheitslücke RegreSSHion

01. Juli 2024 um 20:16

Dem Forscherteam von Qualys ist es gelungen, eine ältere Sicherheitslücke in OpenSSH, die schon eigentlich längst geschlossen war, erneut auszunutzen. Die neue Lücke wird als CVE-2024-6387 geführt und ist deswegen brisant, weil Sie bei Erfolg dem Angreifer Root-Rechte ohne vorherige Authentifizierung ermöglicht. Die nötigen Bedingungen für ein Ausnutzen der Lücke sind allerdings nicht ganz trivial.

Die gesamte Erläuterung der Sicherheitslücke ist im Bericht von Qualys umfangreich erläutert wollen. Wenn wir es schaffen, werden wir diesen schon Mittwoch im Risikozone-Podcast detaillierter erläutern.

So viel sei gesagt: die Lücke existierte schon mal als CVE-2006-5051, wurde dann gefixt und konnte jetzt (erstmals) ausgenutzt werden, da der eigentlich kritische Teil 2020 wieder versehentlich eingebaut wurde. Der Fehler selber baut darauf, dass syslog() zur Protokollierung asynchron aufgerufen wird, obwohl die Funktion nicht "async-signal-safe" ist. Kann ein Angreifer Timingeigenschaften ausnutzen, wird er in die Lage versetzt, Code einzuschleusen, der in einem privilegierten Teil von OpenSSH ausgeführt wird. Der Zeitaufwand ist allerdings hierfür nicht zu unterschätzen, da das Codefragment nur bei einem Verbindungstimeout aufgerufen wird.

Es ist gemäß des Qualys-Berichtes hervorzuheben:

  • Die OpenSSH-Versionen vor 4.4p1 (2006) sind angreifbar, sofern sie nicht explizit gepatcht wurden.
  • Die OpenSSH-Versionen zwischen 4.4p1 und 8.5p1 (2021) hatten nicht den besagten Code drin.
  • Die OpenSSH-Versionen ab 8.5p1 hatten den Code wieder drin.
  • Mit OpenSSH 9.8p1 wurde die Lücke gepatcht.

Mit anderen Worten: abhängig von eurem System ist die Schwachstelle vorhanden, weswegen ihr in eure Distribution schauen solltet, ob es Updates gibt.

OpenSSH ist nichtsdestotrotz im Hinblick auf seine Rolle und Exposition eines der sichersten Programme der Welt. Die Software ist ein sehr stringent abgesicherter Dienst, der u. a. auf Sandboxing-Mechansimen setzt, um den Umfang der Codesegmente, die als root ausgeführt werden, gering zu halten. Diese Lücke ist eine der seltenen Situationen, in der trotzdem ein Security-Bug vorhanden ist. Dabei ist eine Ausnutzung vergleichsweise aufwändig.

Debian 10 "buster" LTS erreicht End of Life (EoL)

30. Juni 2024 um 19:17

Kurz notiert: Debian 10 mit dem Codenamen "buster" erreicht heute das End of Life. Die Unterstützung wurde bis 2022 vom Debian-Team bereitgestellt und dann bis zum heutigen Tage durch das LTS-Team sichergestellt. Damit wurde Debian 10 knapp fünf Jahre durchgängig unterstützt.

Debian 10 wurde am 6. Juli 2019 und somit vor knapp fünf Jahren veröffentlicht. Ausgeliefert wurde das Betriebssystem mit dem Linux-Kernel 4.19. Der letzte Point-Release erfolgte am 10. September 2022, damit endete auch der klassische Security-Support.

Anschließend hat das LTS-Team die Unterstützung am 1. August 2022 mit einer Teilmenge von Architekturen (amd64, i386, amd64, armhf) übernommen, damit Nutzer wichtige Sicherheitsupdates noch erhalten und die Gelegenheit haben, auf den Folge-Release umzustellen. Diese Unterstützung läuft am heutigen Tage aus.

Es ist somit an der Zeit, auf Debian 11 mit dem Codenamen "bullseye" umzustellen. Die Migrationsanleitung ist in den Release Notes für Debian 11 zu finden. Hier wird auch erläutert, mit welchen Breaking Changes zu rechnen ist. Wie üblich, lässt sich der Release über die APT-Konfiguration anheben, gefolgt von einem Upgrade über APT. Die wichtigste Änderung dabei ist, dass das Security-Archiv ein neues Layout hat. Ich habe einige Systeme schon aktualisiert, dabei gab es bei mir keine Probleme. Das sollte auch bei anderen Systemen keine Schwierigkeiten bereiten, wenn sich an den offiziellen Debian-Paketquellen orientiert wird. Die Backports sollte man aber kontrollieren, wenn z. B. ein Backports-Kernel genutzt wurde, um WireGuard schon mit Debian 10 nutzen zu können (erst Debian 11 hat eine Kernelversion, in der WireGuard integriert ist).

Aktuell werden vom Debian-Team die Versionen 11 (bullseye) und 12 (bookworm) als Hauptversionen gepflegt. Das LTS-Team ist eine Gruppe von Freiwilligen, die sich zum Ziel gesetzt hat, eine fünfjährige Unterstützung für Debian-Versionen sicherzustellen. Wer eine zehnjährige Unterstützung benötigt, kann auf entgeltliche ELTS-Angebote wie z. B. von Freexian zurückgreifen.

📚 Python (3. Aufl.) erschienen

28. Juni 2024 um 08:32

Soeben ist die dritte Auflage meines Python-Bestsellers erschienen:

Für die 3. Auflage habe ich das Buch im Hinblick auf die Python-Version 3.12 aktualisiert. Neu hinzugekommen ist das Kapitel »Python lernen mit KI-Unterstützung«. Es zeigt, wie Ihnen ChatGPT oder ein vergleichbares KI-Tool beim Erlernen von Python helfen kann. Ebenfalls neu ist ein Abschnitt zur Nutzung von Python direkt in Excel.

Viele Beispiele aus der Praxis sowie Übungsaufgaben helfen dabei, Python ohne allzu viel Theorie kennenzulernen. Im handlichen Taschenbuchformat ist das Buch auch unterwegs ein idealer Begleiter. Mehr Details zum Buch gibt es hier:

https://kofler.info/buecher/python/

Nextcloud Schnelleinstieg

25. Juni 2024 um 04:00

Das Buch „Nextcloud Schnelleinstieg“ von Herbert Hertramph ist in der 1. Auflage 2023 im mitp-Verlag erschienen. Es trägt den Untertitel „Der leichte Weg zur eigenen Cloud – Daten sicher speichern und teilen“. Das Buch hat insgesamt 224 Seiten und ist für Nutzer konzipiert, die sich für die Verwendung von Nextcloud entschieden haben oder dies planen. Es bietet einen umfassenden Einblick in die Funktionalitäten und die Handhabung dieser besonderen Open-Source-Cloud.

Dieses Buch geht weniger auf Installationsmöglichkeiten der Nextcloud ein, gibt aber wertvolle Tipps, wie der Nutzer an eine eigene Nextcloud gelangt, ob als selbst installiertes Filesharing-System auf einem Einplatinencomputer, wie dem Raspberry Pi, einem angemieteten vServer oder als gemanagte Cloud bei einem Nextcloud-Spezialisten.

In seinem Buch konzentriert sich der Autor ausschließlich auf die Benutzung der Nextcloud. Er erklärt den Aufbau und die Funktionen auf eine klare und verständliche Art. Der Einsatz vieler Grafiken und Screenshots unterstützt diese Erklärungen und macht sie leicht nachvollziehbar.

Im Buch von Herbert Hertramph wird keine spezifische Nextcloud-Version genannt, was aufgrund der häufigen Veröffentlichung neuer Hauptversionen des Open-Source-Projekts in etwa alle sechs Monate auch kaum möglich ist.

Herbert Hertramph zeigt anschaulich die vielfältigen Möglichkeiten, die sich durch die Anwendungen Dateien zur Dateiverwaltung, Kalender und Kontakte ergeben. Er erläutert, wie Daten einfach geteilt werden können und wie kollaboratives Arbeiten in der Cloud funktioniert. Zudem werden spannende Apps wie Aufgaben und Deck genauer betrachtet. Deck ist ein nützliches Kanban System zur Planung und Umsetzung eigener Projekte. Mail und Talk werden ebenfalls ausführlich erklärt: Mail ist ein in die Cloud integrierter eMail-Client und Talk eine eigenständige Anwendung für Videokonferenzen.

Außerdem wird detailliert besprochen, wie arbeitserleichternde Clients für PC und Mobiltelefone genutzt werden können und wie Daten, Kontakte und Kalender mit diesen Geräten synchronisiert werden können.

Nextcloud ist ein hochwertiges, ausgereiftes und kostenfreies System, das in zahlreichen Unternehmen und Bildungseinrichtungen eingesetzt wird. Es wurde in Deutschland entwickelt, ist Open Source und bietet eine transparente Plattform. Anders als herkömmliche Cloud-Lösungen umfasst Nextcloud neben den Grundfunktionen wie Filesharing auch einen E-Mail-Client, Video-Konferenzmöglichkeiten und die Integration eines Online-Office, was es zu einem umfassenden Enterprise-Produkt macht.

Das Buch gliedert sich in folgende Kapitel:

  • Die Grundlagen 
  • Anmeldung und Rundgang
  • Dateimanagement
  • Einstellungssache: Nextcloud anpassen
  • Geteilte Cloud ist doppelte Cloud: (Mit-)Benutzer einrichten
  • Terminmanagement: Vom Kalender bis zur Buchungsverwaltung
  • Aufgaben- und Projektplanung
  • Adressbücher und Kontakte teilen
  • Office-Anwendungen und Notiz-Systeme
  • Kommunikation: E-Mail und Talk
  • Weitere nützliche Erweiterungen
  • Nextcloud unterwegs
  • Die sichere Cloud
  • Nextcloud und das papierlose Arbeitszimmer 

Leseproben und Downloads

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

Fazit

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der bereits über die Verwendung von Nextcloud nachdenkt oder bereits ein solches System nutzt. Selbst erfahrene Nutzer werden wahrscheinlich noch nützliche Hinweise darin finden. Insgesamt bin ich der Meinung, dass es sich lohnt, das Buch anzuschaffen.

Ich bin mit meinem aktuellen Job sehr zufrieden

24. Juni 2024 um 05:00

Und in diesem Text möchte ich euch mitteilen, welche Faktoren zu meiner Zufriedenheit beitragen.

Seit März 2023 arbeite ich als Senior Technical Account Manager (TAM) bei Red Hat. In diesem Artikel habe ich beschrieben, wie eine Arbeitswoche für mich aussehen kann.

Doch was gefällt mir nun so sehr an diesem Job?

  • Ich arbeite full remote. Dies passt aktuell am besten zu meinen Lebensumständen. Hier findet sich ein Erfahrungsbericht dazu.
  • Dass ich nicht mehr pendeln muss, gibt mir mehr Zeit für die Familie und schont die Umwelt.
  • Unser gesamtes Team arbeitet full remote und alle beherrschen unsere Tools, sodass die Zusammenarbeit reibungslos klappt.
  • Wir haben eine tolle Unternehmenskultur und ich fühlte mich selten von so hilfsbereiten Menschen umgeben.
  • Diese Kultur motiviert mich, mich selbst stets einzubringen und zu unterstützen, wo ich kann.
  • Wir haben anspruchsvolle Ziele und stets mehr als genug zu tun. Dennoch nehmen wir uns stets die Zeit einander zu helfen, unser Wissen zu teilen.
  • Wenn jemand mal nicht direkt helfen kann, wird man nicht mit Sätzen wie: „Dafür bin ich nicht zuständig.“ oder „Da kenne ich mich selbst nicht mit aus.“ abgespeist. Bei uns hört man dann eher:
    • „Da kann ich dir leider nicht direkt helfen, aber versuch es mal bei XY, die haben mir schonmal in einer ähnlichen Angelegenheit geholfen.“
    • Oder die Anfrage wird direkt an das richtige Team weitergeleitet
  • Wir sind in unserer Arbeitsweise sehr frei. Es gibt kein Mikromanagement. Unser aller Ziel ist, unseren Enterprise-Kunden eine gute Erfahrung zu bescheren. Natürlich gibt es Leitlinien, die einen Rahmen vorgeben. Diese empfinde ich nicht als Einschränkung, sondern als richtungsweisend.
  • Im Zweifel haben wir das gemeinschaftlich gepflegte TAM Manual, das uns erklärt, wie was gemacht wird.
  • Wir ziehen Besprechungen nicht in die Länge. Wenn wir fertig sind, hören wir einfach auf. Selbst dann, wenn die Zeit noch nicht vorbei ist.

Natürlich gibt es auch bei Red Hat genug Dinge, die verbessert werden können bzw. sollten. Doch konzentriere ich mich hier bewusst auf die Punkte, die zu meiner Zufriedenheit führen, um mich daran zu erfreuen.

Die obigen Punkte beziehen sich nicht ausschließlich auf mein eigenes Team. Ich erlebe dies regelmäßig auch teamübergreifend. Das ist eine tolle Erfahrung.

Mein Tipp für euch: Denkt nicht immer nur an Dinge, die euch nicht gefallen. Macht euch aktiv der Dinge bewusst, die euch gefallen und motivieren. Ihr werdet evtl. erstaunt sein, wie viel Energie ihr draus schöpfen könnt. Mich hat bspw. die Methode Journaling dabei unterstützt, zu einem positiven Mindset zu finden.

Was gefällt euch besonders an eurem Job? Teilt eure Gedanken und Erfahrungen gerne mit uns.

Suche Empfehlungen für Hardware und Linux-Distribution

18. Juni 2024 um 19:15

Liebe Leser*innen,
heute seid ihr gefragt. Denn ich möchte von euch wissen, welchen Laptop und welche Linux-Distribution, ihr für ältere, nicht EDV-affine Menschen und Windows-Umsteiger empfehlen könnt.

Hardware

Der Laptop soll über folgende Merkmale verfügen:

  • Größe: 15-17 Zoll
  • Webcam
  • Mikrofon und Lautsprecher
    • für Videokonferenzen
    • zum Schauen von Videos in sozialen Netzwerken
  • Linux- und Windows-Unterstützung

Die Unterstützung von Linux und Windows ist sehr wichtig. Sollte der Feldversuch mit Linux scheitern, möchte auf der gleichen Hardware ein aktuelles Windows-Betriebssystem installieren können.

Mir schwebt etwas in der Richtung der Lenovo IdeaPad oder ein ThinkPad der L-Serie vor, ich bin jedoch auf eure Empfehlungen gespannt.

Desktop-Umgebung

Ich suche nach einer Desktop-Umgebung, die folgende Merkmale bietet:

  • Ein Startmenü, welches sich in der unteren linken Ecke befindet
  • Erstellungen von Anwendungsstartern und Verknüpfungen auf der Desktopoberfläche

Dies sind Muss-Kriterien, die unbedingt erfüllt sein müssen. Ich möchte, dass die Desktopoberfläche diese Eigenschaften in der Standardkonfiguration erfüllt und ich diese nicht erst konfigurieren oder drölfzig Plug-ins installieren muss, um diesen Zustand zu erreichen.

Software

Die wichtigsten Anwendungen sind:

  • Thunderbird für E-Mail
  • Aktuelle Webbrowser (Chrome/Firefox) für den Rest
    • Facebook
    • YouTube
    • Zoom, MS Teams, Webex und wie sie alle heißen
  • Ein PDF-Anzeigeprogramm
  • Libre/Open Office zum Lesen von MS Office-Dokumenten

Linux-Distribution

Die Linux-Distribution muss die oben genannten Anforderungen an die Desktop-Umgebung und die Software erfüllen und dabei stabil allerdings nicht steinalt sein.

Ich möchte nicht vor jeder Videokonferenz mit den Audio-Einstellungen kämpfen müssen, um deutlich zu machen, wo meine Priorität liegt.

Kandidaten, die ich mir ansehen möchte, sind:

Was könnt ihr mir empfehlen? Bitte nutzt die Kommentare und verlinkt, wo möglich zu den Projekten, die ihr empfehlt.

Romane schreiben mit dem Autorenprogramm Bibisco | Für Linux, Windows und MacOS

12. Juni 2024 um 12:04

💾

Linux und Open Source Anwendungen für Autoren - Schriftsteller benutzen für die Erstellung von Romanen Autorenpgrogramme. Autorenprogramme sind spezielle Schreibprogramme für Autoren und Schriftsteller. Für Linux ist die Auswahl derartiger Anwendungen leider begrenzt. Bibisco läuft unter Linux (Debian, Ubunrtu, Fedora, Snap, Flatpak), Windows und auch MacOS. Da es zudem eine kostenfreie Version gibt, stellt es eine Alternative für angehende Autoren dar , die auch einmal ein Autorenpgrogramm ausprobierten möchten und keine herkömmliche Textverarbeitung wie Libre Office oder Word nutzen wollen.
Im Video zeige ich die wesentlichen Funktionsmerkmale von Bibisco.

🖋️ Zu meinem Gruselroman "Die Rache des Legionärs"
▶️ https://www.amazon.de/dp/B0CWTPBKW2?asin=B0CWTPBKW2&revisionId=c1fbf2dd&format=1&depth=1

Linux Bücher für Einsteiger von mir (Ebook und Taschenbuch):
▶️ https://www.amazon.de/~/e/B001K73R84

Brandneu: Linux Mint 21 - Schnellanleitung für Einsteiger
▶️ https://www.amazon.de/dp/B0BB9LGMPG

Weitere Videos zu Linux Distributionen findet Ihr in dieser Playlist:
▶️ https://www.youtube.com/watch?v=sdYcdG4mn98&list=PLl0zRfPkQ7Xu86XQgKbUhVRSBbHpUzxxM

Andere Kanäle von mir:
Joe loves Linux ▶️ https://www.youtube.com/channel/UCdI8plWGpNHwN1oswHi3iWA
Raketenheftleser ▶️ https://www.youtube.com/channel/UCyPNZr7yK8278QXQDMFnQag
Joe's Musik Check ▶️ https://www.youtube.com/channel/UCuB7gdAs73msDRUnlRRKv5Q
JJ Fotoshow ▶️ https://www.youtube.com/c/JoeTravels

Web:
▶️ www.linuxumsteiger.net
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#linux #ubuntu #manuskript #schreibsoftware #schreibtipps #autorencommunity

InstructLab: Das erste Training ist beendet

10. Juni 2024 um 05:00

Dies ist die Fortsetzung von „Mit InstructLab zu Large Language Models beitragen“. Hier beschreibe ich, wie es nach dem Training weitergeht.

Das Training auf einer virtuellen Maschine mit Fedora 40 Server, 10 CPU-Threads und 32 GB RAM dauerte 180 Std. 44 Min. 7 Sek. Ich halte an dieser Stelle fest, ohne GPU-Beschleunigung fehlt es mir persönlich an Geduld. So macht das Training keinen Spaß.

Nach dem Training mit ilab train findet man ein brandneues LLM auf dem eigenen System:

(venv) tronde@instructlab:~/src/instructlab$ ls -ltrh models
total 18G
-rw-r--r--. 1 tronde tronde 4.1G May 28 20:34 merlinite-7b-lab-Q4_K_M.gguf
-rw-r--r--. 1 tronde tronde  14G Jun  6 12:07 ggml-model-f16.gguf

Test des neuen Modells

Den Chat mit dem LLM starte ich mit dem Befehl ilab chat -m models/ggml-model-f16.gguf. Das folgende Bild zeigt zwei Chats mit jeweils unterschiedlichem Ergebnis:

Das Bild zeigt zwei Chats mit dem neuen LLM. Es ist zu sehen, dass es zu zwei unterschiedlichen Ausgaben kommt, von denen keine die richtige Antwort liefert.
Zwei Chats mit dem frisch trainierten LLM. Beide Male erhalte ich nicht die erhoffte Antwort.

Fazit

Schade, das hat nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Es kommt weiterhin zu KI-Halluzinationen und nur gelegentlich gesteht das LLM seine Unkenntnis bzw. seine Unsicherheit ein.

Für mich sind damit 180 Stunden Rechenzeit verschwendet. Ich werde bis auf Weiteres keine Trainings ohne Beschleuniger-Karten mehr durchführen. Jedoch werde ich mir von Zeit zu Zeit aktualisierte Releases der verfügbaren Modelle herunterladen und diesen Fragen stellen, deren Antworten ich bereits kenne.

Wenn sich mir die Gelegenheit bietet, diesen Versuch auf einem Rechner mit entsprechender GPU-Hardware zu wiederholen, werde ich die Erkenntnisse hier im Blog teilen.

Koordinierungsstelle Digitale Souveränität und Open Source im Interview

07. Juni 2024 um 07:44

Katharina Flisikowski stellt sich vor

Katharina (Katharina Flisikowski | LinkedIn], #GernePerDu), willkommen in Dortmund! Wir freuen uns sehr, dass du die Koordinierungsstelle Digitale Souveränität und Open Source antrittst. Danke, dass du zum Auftakt deines Stellenantritts für eine handvoll Fragen zur Verfügung stehst, um dich der Community vorzustellen. Die folgenden Fragen haben wir zusammen mit unseren Kooperationspartnern im Wissens- und Handlungsnetzwerk gesammelt, um dich näher kennenzulernen.

  1. Wer bist du, wie kommst du zur Stadt Dortmund und was tust du?

    Ich bin Katharina Flisikowski und seit Kurzem im CIIO – Chief Information/Innovation Office der Stadt Dortmund für Digitale Souveränität und Open Source zuständig. Meinen Background habe ich in den Medien- und Sozialwissenschaften.

    In der Vergangenheit habe ich im Projektmanagement gearbeitet sowie im Bereich Kommunikation und Transfer. Mehrere Jahre lang besetzte ich die Stabsstelle Qualität und Kommunikation eines interkulturellen Trägers der Sozialen Arbeit, wo ich viel über Organisationsstrukturen sowie die Optimierung von Prozessen gelernt habe.

    Meine letzte Station war ein Leibniz-Projekt am Deutschen Bergbau-Museum Bochum. Dort entwickelte ich Konzepte für den Transfer von Wissen zwischen Forschung und Bürger*innen. Mit dem Ende des Projekts wollte ich mich weiterhin für einen offenen Zugang zu Wissen einsetzen. Passenderweise fiel das in die Zeit, in der die Stelle der Stadt Dortmund ausgeschrieben war – und hier bin ich nun!

  2. Was begeistert dich am Thema Open Source?

    Mich motiviert der Gedanke an eine starke, gleichberechtigte und selbstbestimmte Gesellschaft.
    Aktuelle Entwicklungen, wie etwa Angriffe auf Infrastrukturen oder aber auch das Schüren von Ängsten durch Fake News und Verschwörungserzählungen, stellen dabei reale Gefährdungen dar, denen eine Demokratie wehrhaft begegnen muss.

    Daher ist es für uns unerlässlich, die Fragen zu stellen: Wie wird Wissen hergestellt und verbreitet? Wie transparent sind Strukturen? Haben wir als Gesellschaft die Handlungsfähigkeit, die wir brauchen, um uns sicher und stark im physischen und digitalen Raum zu bewegen? Und wie schaffen wir es, uns technologisch und gesellschaftlich weiter- und nicht zurückzuentwickeln?

    Als ein Teil Digitaler Souveränität bietet Open Source hierbei einen Ansatz, der in eben diese Richtung geht: Durch das Teilen von Wissen (über den Code hinaus) entsteht eine Transparenz, die Vertrauen schafft. Der multiple Blick auf Lösungen gibt einerseits Sicherheit, andererseits macht er Innovation und somit Fortschritt möglich. So werden wir als Gesellschaft zur selbstbestimmten Gestalterin unserer Zukunft – was will man mehr!

    Einen weiteren Aspekt, den ich an Open Source sehr schätze, ist der Community-Gedanke: Ich finde es erstrebenswert, gemeinsam an Lösungen zu wirken, anstatt im Alleingang oder gar in Rivalität zu tüfteln und dann doch das Rad immer wieder neu zu erfinden. Kooperation und Kollaboration bringen uns hier viel weiter.

  3. Was sind deine ersten Schritte als Koordinatorin für Digitale Souveränität und Open Source bei der Stadt Dortmund?

    Da ich selbst nicht aus Dortmund komme, nutzte ich die erste Zeit dafür, die Stadt und die Menschen, die sie ausmachen, kennenzulernen. Dazu gehört auch, die Entwicklungen der Stadt Dortmund im Hinblick auf Digitale Souveränität zu betrachten, schließlich gibt es schon einige Ansätze und politische Beschlüsse in diese Richtung.

    Als Nächstes geht es darum, aus dieser Bestandsaufnahme einen Fahrplan zu entwickeln. Hier freue ich mich darauf, in den Austausch mit einzelnen Akteur*innen zu treten, sowohl inner- als auch außerhalb der Dortmunder Stadtverwaltung. Die ersten Gespräche fanden bereits statt, nun gilt es, diese Kontakte zu vertiefen und weitere zu knüpfen.

  4. Angesichts der ständigen Weiterentwicklung von Technologie und Gesetzgebung, wie hast du vor auf dem neuesten Stand zu bleiben und wie beeinflusst dies deine Herangehensweise an deine Projektplanung und -umsetzung im Bereich Digitaler Souveränität und Open Source?

    Hier ist Netzwerk das Stichwort – Open Source lebt vom Community-Gedanken und genau hierin sehe ich auch die Stärke: Mit einem Pool an unterschiedlichen Expertisen, Erfahrungen und Blickwinkeln ist es möglich, verschiedene Aspekte zu durchleuchten und so zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Ich bin ein großer Fan des interdisziplinären Austauschs, weil man so voneinander lernen und sich weiterentwickeln kann. Wissen und Erfahrung sind wertvolle Ressourcen – diese zu teilen wiederum macht uns als Gesellschaft stark.

  5. Was ist deine Hoffnung an deine neue Stelle für dich selbst, aber auch für die Aufgabe?

    Ich hoffe, dass wir gemeinsam mit den vielen Beteiligten, Interessierten ebenso wie den noch nicht ganz Überzeugten einen Weg finden, das Thema Digitale Souveränität in unsere Alltagspraxis fest zu verankern. Für die Stadt Dortmund sind die ersten Weichen ja bereits gestellt, nun gilt es, das Triebwerk zu befeuern und Fahrt aufzunehmen.

    Dabei geht es nicht darum, so schnell wie möglich und um jeden Preis sämtliche Strukturen abzulösen. Vielmehr geht es darum, Wahlmöglichkeiten und Handlungsspielräume zu erweitern, die Menschen mitzunehmen und ein Bewusstsein für Abhängigkeiten zu schaffen.

    Persönlich erhoffe ich mir, dass wir mit unserer Arbeit einen Beitrag für eine sichere, wehrhafte und selbstbestimmte Gesellschaft leisten. Ich bin mir sicher, dass wir dem gemeinsam in einem großen Netzwerk, dem Ökosystem der Digitalen Souveränität, einen Schritt näherkommen.
    Ich freue mich darauf, daran mitzuwirken!

Ein Do-FOSS-Interview mit Katharina Flisikowski (kflisikowski@stadtdo.de).

Wir wünschen uns allen viel Erfolg bei der Umsetzung von Open-Source-first und freuen uns auf die konkrete Zusammenarbeit!

CC0
Soweit im gesetzlichen Rahmen möglich verzichtet der Autor auf alle Urheber- und damit verwandten Rechte an diesem Werk.
Es kann beliebig genutzt, kopiert, verändert und veröffentlicht werden.
Für weitere Informationen zur Lizenz, siehe hier.

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Erste Praxiserfahrungen mit Ubuntu Server 24.04

03. Juni 2024 um 11:43

In den vergangengenen Wochen habe ich die erste »echte« Ubuntu-Server-Installation durchgeführt. Abgesehen von aktuelleren Versionsnummern (siehe auch meinen Artikel zu Ubuntu 24.04) sind mir nicht allzu viele Unterschiede im Vergleich zu Ubuntu Server 22.04 aufgefallen. Bis jetzt läuft alles stabil und unkompliziert. Erfreulich für den Server-Einsatz ist die Verlängerung des LTS-Supports auf 12 Jahre (erfordert aber Ubuntu Pro); eine derart lange Laufzeit wird aber wohl nur in Ausnahmefällen sinnvoll sein.

Update 1 am 25.6.2024: Es gibt immer noch keinen finalen Fix für fail2ban, aber immerhin einen guter Workaround (Installation des proposed-Fix).

Update 2 am 29.6.2024: Es gibt jetzt einen regulären Fix.

fail2ban-Ärger

Recht befremdlich ist, dass fail2ban sechs Wochen nach dem Release immer noch nicht funktioniert. Der Fehler ist bekannt und wird verursacht, weil das Python-Modul asynchat mit Python 3.12 nicht mehr ausgeliefert wird. Für die Testversion von Ubuntu 24.10 gibt es auch schon einen Fix, aber Ubuntu 24.04-Anwender stehen diesbezüglich im Regen.

Persönlich betrachte ich fail2ban als essentiell zur Absicherung des SSH-Servers, sofern dort Login per Passwort erlaubt ist.

Update 1:

Mittlerweile gibt es einen proposed-Fix, der wie folgt installiert werden kann (Quelle: [Launchpad](https://bugs.launchpad.net/ubuntu/+source/fail2ban/+bug/2055114)):

* In `/etc/apt/sources.list.d/ubuntu.sources` einen Eintrag für `noble-proposed` hinzufügen, z.B. so:

„`
# zusätzliche Zeilen in `/etc/apt/sources.list.d/ubuntu.sources
Types: deb
URIs: http://archive.ubuntu.com/ubuntu/
Suites: noble-proposed
Components: main universe restricted multiverse
Signed-By: /usr/share/keyrings/ubuntu-archive-keyring.gpg
„`

Beachten Sie, dass sich Ort und Syntax für die Angabe der Paketquellen geändert haben.

* `apt update`

* `apt-get install -t noble-proposed fail2ban`

* in `/etc/apt/sources.list.d/ubuntu.sources` den Eintrag für `noble-proposed` wieder entfernen (damit es nicht weitere Updates aus dieser Quelle gibt)

* `apt update`

Update 2: Der Fix ist endlich offiziell freigegeben. apt update und apt full-upgrade, fertig.

/tmp mit tmpfs im RAM

Das Verzeichnis /tmp wird unter Ubuntu nach wie vor physikalisch auf dem Datenträger gespeichert. Auf einem Server mit viel RAM kann es eine Option sein, /tmp mit dem Dateisystemtyp tmpfs im RAM abzubilden. Der Hauptvorteil besteht darin, dass I/O-Operationen in /tmp dann viel effizienter ausgeführt werden. Dagegen spricht, dass die exzessive Nutzung von /tmp zu Speicherproblemen führen kann.

Auf meinem Server mit 64 GiB RAM habe ich beschlossen, max. 4 GiB für /tmp zu reservieren. Die Konfiguration ist einfach, weil der Umstieg auf tmpfs im systemd bereits vorgesehen ist:

systemctl enable /usr/share/systemd/tmp.mount

Mit systemctl edit tmp.mount bearbeiten Sie die neue Setup-Datei /etc/systemd/system/tmp.mount.d/override.conf, die nur Änderungen im Vergleich zur schon vorhandenen Datei /etc/systemd/system/tmp.mount bzw. /usr/share/systemd/tmp.mount enthält.

# wer keinen vi mag, zuerst: export EDITOR=/usr/bin/nano
systemctl edit tmp.mount

In diese Datei einbauen:

# Datei /etc/systemd/system/tmp.mount.d/override.conf
[Mount]
Options=mode=1777,strictatime,nosuid,nodev,size=4G,nr_inodes=1m

Mit einem reboot werden die Einstellungen wirksam.

PS: In Debian 13 wird /tmp mit tmpfs standardmäßig aktiv sein (Quelle). Ubuntu wird in zukünftigen Versionen vermutlich folgen.

Links/Quellen

Das Gespenst der Vorratsdatenspeicherung ist zurück

31. Mai 2024 um 19:50

Ich hatte es geahnt, aber dann ging es doch schneller als gedacht. Mit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes Ende April wurde in einem Fall in Frankreich die Speicherung von IP-Adressen seitens des ISPs auf Vorrat nicht nur für den Bereich schwerer Straftaten, sondern auch für Urheberrechtsverstöße für zulässig erachtet. Damit ist eine Diskussion wieder auf dem Tisch, die seit 20 Jahren regelmäßig aufflammt, aber bisher durch Urteile gegen die erlassenen Gesetze eingefangen wurde.

Mit diesem Thema haben wir uns vergangene Woche mit Professor Dr. Stephan G. Humer in der 48. Episode des Risikozone-Podcasts beschäftigt, den ich euch wärmstens empfehlen kann.

Die klassische VDS in Deutschland wird momentan nicht praktiziert, da sie nach einem älteren Urteil des EuGH, das konkret das deutsche Gesetz betraf, als rechtswidrig eingestuft wurde. Nichtsdestotrotz ist die Diskussion wieder eröffnet und alle Möglichkeiten für Vorhaben zur Wiedereinführung werden wieder eingebracht. Das Thema wird uns also weiterhin noch eine ganze Weile verfolgen.

Klar, im Urteil des EuGH wird als Bedingung gestellt, dass Maßnahmen getroffen werden müssen, damit die Privatsphäre der einzelnen Nutzer gewahrt bleibt, aber das ändert nichts daran, dass die Daten grundsätzlich erstmal erhoben werden. Die "Neuerung" in diesem Urteil zu der Thematik ist, dass IP-Adressen und Identitäten getrennt gespeichert werden müssen. Mir ist allerdings noch nicht einleuchtend, was im Urteil mit der "Verknüpfung nur unter Verwendung eines leistungsfähigen technischen Verfahrens [...], das die Wirksamkeit der strikten Trennung dieser Datenkategorien nicht in Frage stellt" gemeint ist. Sollen die Datenbanken mit einem anschließend zu verwerfenden Schlüssel verschlüsselt werden, der bei der Verknüpfung erst geknackt werden muss? Am Ende kann ein technisches Verfahren doch gar nicht feststellen, ob ein Gesuch den formellen juristischen Anforderungen genügt oder nicht.

Technisch reden wir hier im Übrigen von zwei Teilaspekten: einerseits die Speicherung, welche Stationen (mit welchen IP-Adressen) miteinander kommunizieren und andererseits, wer hinter welcher IP-Adresse steckt. Diese ganze letzte Thematik haben wir allerdings nur, weil die ISPs einerseits ungern Privatkunden feste IP-Adressen vergeben und andererseits mitunter gar nicht so viele IP(v4)-Adressen wie Kunden haben und dann zu Tricks wie CG-NAT greifen müssen. Hämisch könnte man jetzt fragen, warum in dem Zusammenhang die Politik noch nicht alle zu IPv6 verpflichtet hat. Auf der anderen Seite wird deutlich, wie sehr sich das Internet verändert hat, nachdem es ein Massenmedium wurde.

Früher wurden feste IP-Adressen genutzt und die Zuordnung größtenteils öffentlich hinterlegt. Die Teilnehmer des Internets kannten sich mehr oder weniger sowieso alle untereinander. Als das Internet mehr und mehr ein Massenmedium wurde, ging es allerdings nicht mehr um den wissenschaftlichen oder beruflichen Austausch, sondern auch vorrangiger um das private Leben, wodurch auf einmal Grundrechte tangiert wurden und das Thema der Anonymität im Netz aufkam.

Gespeichert werden die Zuordnungen wohl auch weiterhin noch, aber sichtbar sind sie nur noch für Behörden und ähnliche Organisationen. Spätestens mit dem breiten Ausrollen der DSGVO wurde z. B. der whois-Dienst der DENIC für die Öffentlichkeit geschlossen. Wer einen Webseitenbetreiber ermitteln möchte, der kein Impressum auf der Seite stehen hat, schaut seitdem in die Röhre.

Vorratsdatenspeicherung ist und bleibt somit ein netzpolitisches Thema und lässt sich somit nicht auf der rein technischen Ebene erklären. Von da aus kann man sich oft an den Kopf fassen, was da alles von der Technik erwartet wird. Solche Themen sind auch ein Abbild der Gesellschaftspolitik, was daran deutlich wird, dass im Wesentlichen Deutschland eines der wenigen kritischen Länder diesbezüglich ist.

Die Never-ending-Story geht jetzt also in die nächste Runde. Weitere Probleme, Risiken und Lösungsansätze könnt ihr gerne euch in unserem Podcast anhören und in den Kommentaren mitdiskutieren.

📚 »Linux-Kommandoreferenz« (6. Aufl.) ist erschienen

31. Mai 2024 um 11:36

Die Linux-Kommandoreferenz ist erstmalig 1995 erschienen. Die Kommandoreferenz war damals aber nur ein 56 Seiten langes Kapitel in der ersten Auflage meines Linux-Buchs. Aufgrund von Platzproblemen musste ich das Kommandoreferenz-Kapitel 15 Jahre später aus dem Linux-Buch entfernen und in ein eigenes Buch auslagern. Die erste Auflage im Taschenbuchformat hatte noch schlanke 176 Seiten. In der gerade neu erschienen sechsten Auflage hat das Buch den dreifachen Umfang!

547 Seiten, Hard-Cover
ISBN: 978-3-367-10103-0
Preis: Euro 29,90 (in D inkl. MWSt.)

 

Vor 15 Jahren zweifelten der Verlag und ich, ob die Kommandoreferenz überhaupt ein sinnvolles Buch wäre. Natürlich lassen sich alle Kommandos im Internet recherchieren. Heute verrät auch ChatGPT die gerade relevanten Optionen von find oder grep.

Dessen ungeachtet geben die Verkaufszahlen eine klare Botschaft: Ja, es gibt ganz offensichtlich den Bedarf nach einer Linux-Kommandoreferenz, die das Wesentliche vom Unwesentlichen trennt, die anhand thematischer Übersichten einen Startpunkt in das riesige Universum der Linux-Kommandos bietet, die mit vielen Beispielen alltägliche »Linux-Praxis« vermittelt. Keines meiner Bücher öffne ich selbst so oft (natürlich als PDF-Datei), um irgendein Detail rasch nachzulesen!

Für die 6. Auflage habe ich das Buch einmal mehr komplett aktualisiert. Die folgenden Kommandos habe ich neu aufgenommen:

bat, bc, erd, fx, fzf, getopts, gpioset/get, grim, install, inxi, jq, nmbclient, pacman, pdfunite, pg_dump, pinctrl, pro, psql, resolvectl, rpicam-still, rpicam-vid, scrot, smbstatus, swaks, systemd-analyze, tldr, wl-copy, wl-paste, wl-randr, xdg-open, z, zramctl

Außerdem habe ich die Beschreibung vieler Kommandos aktualisiert oder mit zusätzlichen Beispielen versehen, unter anderem bei acme.sh, chmod, convert, curl, dd, find, firewall-cmd, mail, nmcli, pip und tcpdump.

Mehr Details zum Buch finden Sie hier.

Coturn TURN-Server für Nextcloud Talk

20. Mai 2024 um 04:00

Vor über vier Jahren hatte ich mich schon einmal mit dieser Thematik im Artikel „TURN-Server für Nextcloud Talk“ auseinandergesetzt. Über die Jahre hinweg hat sich jedoch einiges geändert und ich konnte mein Wissen ausbauen. Aus diesem Grund möchte ich nun meine aktuellsten Erkenntnisse noch einmal zusammenhängend präsentieren.

Installation

Ein TURN-Server wird von Nextcloud Talk benötigt, um Videokonferenzen zu ermöglichen. Der TURN-Server bringt die Teilnehmer, welche sich in verschiedenen Netzwerken befinden, zusammen. Nur so ist eine reibungslose Verbindung unter den Teilnehmern in Nextcloud Talk möglich.

Wer bisher meinen Anleitungen zur Installation von Nextcloud auf dem Raspberry Pi gefolgt ist, kann nun die eigene Cloud für Videokonferenzen fit machen. Zu bedenken gilt aber, dass ein eigener TURN-Server nur bis maximal 6 Teilnehmer Sinn macht. Wer Konferenzen mit mehr Teilnehmern plant, muss zusätzlich einen Signaling-Server integrieren.

Nun zur Installation des TURN-Servers. Zuerst installiert man den Server mit

sudo apt install coturn

und kommentiert folgende Zeile, wie nachfolgend zu sehen in /etc/default/coturn aus.

sudo nano /etc/default/coturn

Dabei wird der Server im System aktiviert.

#
# Uncomment it if you want to have the turnserver running as
# an automatic system service daemon
#
TURNSERVER_ENABLED=1

Nun legt man die Konfigurationsdatei zum TURN-Server mit folgendem Inhalt an.

sudo nano /etc/turnserver.conf
listening-port=5349
fingerprint
lt-cred-mech
use-auth-secret
static-auth-secret=geheimespasswort
realm=cloud.domain.tld
total-quota=100
bps-capacity=0
stale-nonce
no-loopback-peers
no-multicast-peers

Hier werden u.a. der Port und das Passwort des Servers sowie die Domain der Cloud eingetragen. Natürlich muss hier noch der Port im Router freigegeben werden. Ein starkes Passwort wird nach belieben vergeben.

Hierbei kann das Terminal hilfreich sein. Der folgende Befehl generiert z.B. ein Passwort mit 24 Zeichen.

gpg --gen-random --armor 1 24

Jetzt wird der Server in den Verwaltungseinstellungen als STUN- und TURN-Server inkl. Listening-Port sowie Passwort eingetragen.

Nextcloud - Verwaltungseinstellungen - Talk
Nextcloud – Verwaltungseinstellungen – Talk
Eintrag der Domain für STUN- und TURN-Server (sowie Passwort)
Eintrag der Domain für STUN- und TURN-Server (sowie Passwort)

Bei meinen ersten Versuchen auf dem Raspberry Pi fiel auf, dass der Service des TURN-Servers schneller startet als das gesamte System, was einen Betrieb unmöglich machte. Diese Problematik konnte ich wie im Artikel „coTurn zeitverzögert auf Raspberry Pi starten“ beschrieben, lösen. Leider überstand aber dieser Eingriff kein Systemupgrade. Durch einen sehr hilfreichen Kommentar von Matthias, kann ich nun eine bessere Lösung aufzeigen.

Es wird mit

sudo systemctl edit coturn.service

der Service des Servers editiert. Folgender Eintrag wird zwischen die Kommentare gesetzt:

### Editing /etc/systemd/system/coturn.service.d/override.conf
### Anything between here and the comment below will become the new contents of the file

[Service]
ExecStartPre=/bin/sleep 30

### Lines below this comment will be discarded

### /lib/systemd/system/coturn.service

Dies ermöglicht den TURN-Server (auch nach einem Upgrade) mit einer Verzögerung von 30 Sekunden zu starten.

Zum Schluss wird der Service neu gestartet.

sudo service coturn restart

Ein Check zeigt, ob der TURN-Server funktioniert. Hierzu klickt man auf das Symbol neben dem Papierkorb in der Rubrik TURN-Server der Nextcloud. Wenn alles perfekt läuft ist, wird im Screenshot, ein grünes Häkchen sichtbar.

Check TURN-Server
Check TURN-Server
Check bestanden
Check bestanden

macOS: LibreOffice nicht aus Apples App Store installieren

18. Mai 2024 um 10:37

Einmal wollte ich faul sein und gleichzeitig einem FOSS-Projekt etwas Gutes tun. Anstelle mich immer selbst um ein Update von LibreOffice zu kümmern, wollte ich es aus dem Apple App Store installieren, via selbigen an das Projekt spenden und die Downloadzahlen im Store um eine Wertigkeit erhöhen. Automatische Updates im Hintergrund sollten hier die Wahl ... Weiterlesen

Der Beitrag macOS: LibreOffice nicht aus Apples App Store installieren erschien zuerst auf Got tty.

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